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Crossposting für E-Mail-Fetischisten
Twitter, Facebook, Flickr, Twitpic, MySpace? Alles Schnee von gestern. Posterous heißt das neue Web-2.0-Spielzeug für besonders mitteilungswütige Onliner. Vorausgesetzt, sie wissen noch, wie die gute alte E-Mail funktioniert. Der etwas angestaubten Elektropost wurde schon oft das Ende vorhergesagt. Nun steigt sie wie Phönix aus der Asche und prescht ins Web 2.0. Per E-Mail kann nun alles gepostet werden – von reinen Textformaten über Musik, Videos, Fotos bis hin zur PowerPoint-Präsentation und PDFs. Alles kann hinzugefügt, also attached, werden. Wirklich alles – versprechen die Anbieter. Format-Einschränkungen gibt es nicht. Und eine 140-Zeichen-Begrenzung wie beim Trenddienst Twitter schon gar nicht.

Die englischsprachige Plattform Posterous ermöglicht Web-Publishing im großen Stil. Auf je einem Gigabyte Speicherplatz kann sich die Generation Web 2.0 hier ausgiebig austoben – und das völlig kostenfrei. Bloggen via E-Mail heißt hier die Devise. Fotos posten – mit Posterous kein Problem, verspricht der Anbieter. Bilder jeder Größe können gemailt werden. Sie werden automatisch auf eine internetfreundliche Auflösung heruntergerechnet und veröffentlicht. Werden mehrere Fotos eingesandt, wird eine Bilder-Galerie erzeugt. Eingeschickte Musikstücke werden in einem Web-MP3-Player gepackt. Andere User können die Stücke dann direkt über ihren Browser hören. Gemailte Videos wandelt der Dienst automatisch in ein Flash-Format um, so dass sie ebenfalls direkt im Browser angeschaut werden können. Alles kann frei zugänglich, aber auch ganz privat veröffentlicht werden. Und – vor allem Menschen mit über die Welt verstreuten Freund- und Verwandtschaften wird das freuen – es ist möglich Gruppen einzurichten. So kann man die Lieben im Web sehen, ohne ungebetene Zuschauer. Enthält der E-Mail-Text eine URL wird diese automatisch als Link gepostet.
Vor allem mit Twitter geht Posterous auf Schmusekurs
Als Highlight gilt unter Web 2.0-Power-Usern die sogenannte Autopost-Funktion. Wer Posterous eine E-Mail schickt, kann die darin enthaltenden Inhalte auf diese Weise auch automatisch auf Facebook, Twitter, Flickr oder dem eigenen Blog posten. Status-Updates werden auf Facebook und Twitter veröffentlicht, wobei für Twitter nach 130 Zeichen Schluss ist, der Rest wird als Verlinkung angeteasert (mit einer post.ly-URL). Fotos sortiert der Dienst automatisch ins Facebook-Fotoalbum des Users und in seinen Flickr-Account ein. Trägt der Nutzer ein WordPress-Blog für diese Funktion ein, wird die komplette Mail auf dem Blog gepostet. Vor allem mit Twitter geht die Publishing-Plattform auf Schmusekurs und wirbt damit, dass man alle Rich Media-Inhalte kostenfrei hostet und einen entsprechenden Link in den Twitter Stream postet. Der etablierte Twitter-Bilderdienst Twitpic bekommt damit weitere Konkurrenz.
Doch die E-Mail ist nicht die einzige Möglichkeit Informationen über die Plattform zu verbreiten und mit anderen zu teilen. Wer beim Surfen im Web interessante Inhalte findet, kann sie auch via Bookmarklet-Funktion auf Posterous posten. Ein Klick auf den entsprechenden „Share on Posterous“-Link genügt, und schon wird der Beitrag, das Foto oder Video auf Posterous eingestellt. Zuvor kann man noch einen Kommentar anfügen. Wer wiederum auf Posterous einen Kommentar erhält, wird darüber per E-Mail benachrichtigt.
Premium-Dienste geplant
Bisher ist der Dienst komplett kostenfrei. Doch die Anbieter haben bereits angekündigt, dass sie planen, kostenpflichtige Premium-Dienste einzuführen. Zunächst wird versucht, die Plattform bekannt zu machen und möglichst viele Nutzer zu gewinnen. Aber auch nach der Einführung der Premium-Services soll es stets eine Version geben, die kostenfrei genutzt werden kann.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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