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Wellness für hässliche Links
Immer schneller, immer interaktiver, immer informativer: Das Web legt eine atemberaubende Geschwindigkeit in Sachen Kommunikation aufs Parkett. Doch wer viel zu sagen hat, muss sich kurz fassen. Link-Verkürzer sind dabei praktische Helfer. Sie machen aus unhandlichen URLs schnittige Verlinkungen. Solche Dienste schießen wie Pilze aus dem virtuellen Boden.

TinyURL macht aus langen URLs kurze
Ihre Popularität haben die URL-Kürzer vor allem dem Kurzmitteilungsdienst Twitter zu verdanken. Da hier nur 140 Text-Zeichen für eine Nachricht zur Verfügung stehen, sind ellenlange Deeplinks ein absolutes No Go. Auch außerhalb der Zwitscher-Lounge sind Short-Links ein probates Mittel für den schnellen Small Talk zwischendurch oder für knackige Statusmeldungen in sozialen Netzwerken.
Über 220 Anbieter buhlen um Nutzer
Diverse Anbieter haben den Bandwurm-Verlinkungen mittlerweile den Kampf angesagt. Zu den bekanntesten zählen Bit.ly und TinyURL. Sie sind die am meisten genutzten Kurz-URL-Dienste auf Twitter. Außerdem gibt es schätzungsweise noch mindestens 220 weitere. Das Grundprinzip ist überall ähnlich: Es funktioniert online, auf der Website des jeweiligen Anbieters. Einfach die hässlich-lange URL mit Copy & Paste ins Eingabefeld kopiert, schon spuckt die Maschine einen sportlichen Kurz-Link aus.
Neben dieser Primär-Funktion bieten manche URL-Shortener noch weitere Funktionen an, zum Beispiel Klick-Statistiken in Echtzeit. Damit lässt sich nachvollziehen, wie oft ein Link in Twitter angeklickt wurde. Bei einigen Anbietern ist es auch möglich zu analysieren, aus welchen Ländern und Städten die Links angeklickt wurden. So kann der Verlinkende nachvollziehen, wie sich sein Link weltweit verbreitet. Und wer einen Dienst mit einer sogenannten Bookmarklet-Funktion nutzt, kann sich mit einem Klick eine Kurz-Version der aktuellen Browser-URL anzeigen lassen. Der deutsche Newcomer zumlink fasst sogar mehrere Adressen unter einer Kurz-URL zusammen.
In der Kürze liegt die Würze
Auch in der Link-Länge unterscheiden sich die Kurzmacher. Vergleichsweise lang sind Links, bei denen die Subdomain auf der Ursprungs-URL basiert, also nur der Deep-Link auf der Zielwebsite verkürzt wird. Domain-Verkürzer mit langen Namen bieten von Hause aus vergleichsweise lange URLs, da der Name des Anbieters Bestandteil des Links ist. Als besonders starke Verkürzer gelten unter anderen a.gd, z.pe, ow.ly, u.nu oder br.st.

URL-Verkürzer wie br.st liefern auch Statistiken
Doch die URL-Verknapper haben einen großen Nachteil: Der generierte Link ist in der Regel anonymisiert, lässt keinen Rückschluss auf die verlinkte Seite zu. Spamer können ihre Seiten hinter einer anonymen Kurzadresse verstecken. Und für Nutzer sind dubiose Zielseiten vor dem Klick nicht erkennbar. Manche Lösungen bieten deshalb eine Vorschau-Funktion. Wer den Link klickt, gelangt zunächst auf die Website des Service-Anbieters, sieht dort die Original URL und klickt weiter zum Ziel. Das ist umständlich. Daher bieten viele URL-Verkürzer ein frei wählbares Keyword – auch Alias oder Hash genannt – an, das in den Kurz-Link automatisch eingebaut wird. Aber auch hier könnten Spamer ein harmloses Schlüsselwort eintragen.
Ist der Dienst nicht erreichbar, laufen die Short-Links ins Leere
Doch gravierender ist ein weiteres Problem: Stellt der Dienst seinen Betrieb ein, sind die Links nutzlos. Denn normalerweise ruft der Dienstanbieter bei jedem Klick auf die gekürzte URL die Original-URL aus seiner Datenbank auf und leitet den Nutzer entsprechend weiter. Ist der Dienst nicht erreichbar, laufen die Short-Links ins Leere. Wer in der Vergangenheit beispielsweise mit a2n.eu oder dn.vc seine Links gekürzt hatte, braucht sich nicht wundern, wenn niemand der Verlinkung folgt. Die Dienste wurden wieder eingestellt, ebenso wie gut drei Dutzend weitere.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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