Online-Videos informieren, unterhalten und überraschen Internetnutzer. Ob nun professionelle Musikvideos, selbstgedrehte Spaßclips, Filmtrailer oder TV-Ausschnitte – im Internet ist für jeden etwas dabei. Da ist es nicht verwunderlich, dass mit steigender Anzahl der Webvideos auch der Zuschauerkreis wächst. Fernsehmacher bangen bereits um die Zukunft ihres Mediums. Anscheinend zu Recht: Die 14- bis 19-Jährigen sind laut einer Studie von ARD und ZDF im Schnitt 123 Minuten täglich online, während sie nur 97 Minuten vor dem Fernseher sitzen.
Im August 2009 sahen 36 Millionen Menschen in Deutschland sechs Milliarden Online-Videos. Das bedeutet einen Zuwachs von 38 % im Vergleich zum vergangenen Jahr. Der führende Anbieter Google ist mit YouTube unangefochtener Spitzenreiter, der mit 99,5 % erwartungsgemäß den Löwenanteil des Online-Video-Marktes ausmacht. Auf YouTube wurden deutschlandweit in einem Monat 2,7 Milliarden Clips angeklickt. Erst kürzlich knackte die populäre Videoseite die magische Marke von weltweit einer Milliarde Views täglich.
178 Clips pro Kopf
Zweiter ist mit 10,6 Millionen Unique Viewers und einem Plus von 19 % im Vergleich zum Vorjahr die Universal Music Group. Die deutschen Anbieter ProSiebenSat1 verzeichnen nach dem Relaunch von MyVideo einen Zuwachs von 164 % mit einem Marktanteil von 2,6 % und RTL mit 5,6 Millionen Besuchern eine Zunahme von 27 %. Die Deutsche Telekom konnte nach Einführung ihres Video-Portals mit einen Gewinn von 495 % auf drei Millionen Nutzer im August 2009 das schnellste Wachstum verbuchen.
Alles in allem wurden im Web durchschnittlich 178 Clips pro Kopf angesehen, das sind insgesamt 6,4 Milliarden Online-Clips. Die User von Online-Videos schauen diese durchschnittlich 16 Stunden monatlich, was einen Zuwachs von 86 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die männlichen Webclip-Zuschauer von 15 bis 24 Jahren fallen mit durchschnittlich 24 Stunden pro Monat am stärksten ins Gewicht. Insgesamt 24 Millionen Zuschauer konsumierten 2,7 Milliarden Videos auf YouTube, also 115 Clips pro Zuschauer. Ein Trend, der sich mit der wachsenden Zahl der Internetuser wohl noch verstärken wird.