Eigentlich wurde Google Street View vom amerikanischen Suchgiganten dazu geschaffen, um virtuelle Spaziergänge durch Städte zu unternehmen. So lassen sich Restaurants und Hotels in der Umgebung ausfindig machen oder Urlaubsorte vor der Reise besichtigen. Immer wieder gerät Google Street View aber wegen anderer Sachen in die Schlagzeilen: BetaBuzz präsentiert die skurrilsten Geschichten rund um Googles neues Wunderkind.
Verbrecherjagd
Im vergangenen September wurde im niederländischen Groningen ein Teenager auf offener Straße von seinem Fahrrad gestoßen und anschließend um sein Handy und 165 Euro erleichtert. Der Junge brachte den Diebstahl sofort bei der Polizei zur Anzeige – doch ohne Zeugen und Spuren war die Polizei ratlos. Dann kam Google Street View ins Spiel: Sechs Monate nach der Tat entdeckte der Jugendliche, als er sich ein paar Detailansichten seiner Stadt anschauen wollte, eine Aufnahme von sich und den beiden mutmaßlichen Tätern. Das Google-Mobil hatte den Moment kurz vor dem Überfall zufällig aufgenommen und die Aufnahme ins Netz gestellt. Die holländische Polizei forderte das Originalbild an und konnte die Täter anschließend identifizieren.

Das Opfer auf seinem Fahrrad - kurz vor dem Überfall.
Vermisstensuche
In einem anderen Fall half Google Street View der Polizei bei einem Entführungsfall weiter. Anfang dieses Jahres entführte eine Großmutter ihre Enkelin und floh mit dem Mädchen kreuz und quer durch den Osten der USA. Mittels Handyortung konnte die Polizei zwar den groben Aufenthaltsort im Bundesstaat Virginia herausfinden – mehr aber auch nicht. Nachdem alle Versuche erfolglos blieben, suchten die verantwortlichen Polizisten die Gegend mittels Google Maps und Street View ab. Schnell machten sie ein Motel als möglichen Aufenthaltsort aus und alarmierten die Kollegen vor Ort. Die befreiten schließlich das Mädchen aus der Gewalt ihrer eigenen Großmutter.
Ehebrecherjagd
Eine misstrauische Britin spionierte ihrem Ehemann über Google Street View nach und fand das Auto ihres Gatten vor dem Haus einer Bekannten. Sie wusste offenbar ganz genau, wo sie suchen musste! Diese Tatsache war für die Frau Grund genug die Scheidung einzureichen. An besagtem Tag war der offenbar untreute Ehemann angeblich auf Geschäftsreise. Ungeklärt bleibt bei dieser Ehebrecherjagd über das Netz, an welchem Tag der Ehemann tatsächlich vor dem Haus der Bekannten parkte, denn Google Street View liefert schließlich keine tagesaktuellen Bilder. Offensichtlich reichte der Frau aber die Tatsache, dass der Wagen überhaupt mal dort gestanden hatte.
Sexshopbesucher
Wer einen Sex-Shop besucht, sollte aufpassen, dass das Google-Mobil gerade nicht in der Nähe ist. In Amsterdam und Paris wurden mehrere Menschen genau in dem Moment geknipst, als sie auf dem Weg aus oder in einen solchen Laden waren. Auch wenn die Gesichter der Personen auf den Bildern unkenntlich gemacht werden, könnte ein solches Foto für einige Verwirrung sorgen – etwa wenn die Ehefrau von dieser Leidenschaft nichts weiß und den Gatten am ausgefallenen Hemd erkennt.
Widerstand
Nicht überall wird der Street-View-Kamerawagen mit Freude erwartet. Die Bewohner des beschaulichen Städtchens Broughton in Großbritannien versammelten sich auf der Straße und blockierten aus Furcht, dass die Fotos Einbrechern beim Ausspähen ihrer Häuser helfen könnte, die Zufahrt. In Deutschland wehrte sich die kleine Gemeinde Molfsee in Schleswig-Holstein erfolgreich gegen den Kamerawagen. Die amerikanische Stadt North Oaks zwang Google die Bilder des beschaulichen Örtchens wieder zu entfernen. Der Fahrer des Kamerawagen hatte wohl übersehen, dass North Oaks eine sogenannte Private Community ist – die Straßen im Örtchen gehören den Einwohnern. In Japan der Super-Gau: Alle Aufnahmen müssen erneuert werden: Es gingen zahlreiche Beschwerden ein. Die Japaner stört es, dass es möglich ist in Gärten und Fenster zu sehen.
Wildpinkler
Immer wieder erwischt Google Street View Männer auf frischer Tat, die sich an Hauswänden, Bussen oder vor Büschen erleichtern. Auch wenn die Wildpinkler meist von hinten aufgenommen werden, möchte so doch niemand für alle Ewigkeiten archiviert werden. Genauso unschön sind Schnapsleichen aller Art am Wegesrand.
Unfälle
Die Google-Kamerawagen sichern gelegentlich auch Autounfälle für die Ewigkeit. In Minneapolis steht beispielsweise ein weißer Wagen samt großer Delle an der Schnauze vor einem Baum. Die meisten dieser Unfallaufnahmen verschwinden nach kurzer Zeit aber wieder. Hin und wieder sind die Fahrer der Kamerawagen auch mal selbst in einen Unfall verwickelt: Auf einer Landstraße im US-Bundesstaat New York konnte ein Fahrer einem Reh nicht mehr rechtzeitig ausweichen, die Kamera filmte alles mit. Die entsprechenden Fotos wurden zügig gelöscht.
Easter Eggs
Google selbst animiert die Nutzer in aller Welt mit lustigen Inhalten, sich Google Street View ganz genau anzusehen. Findige Zeitgenossen können auf den Straßenaufnahmen unter anderem Sherlock Holmes, Mary Poppins und den berühmten Paddington Bär entdecken.
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