Rätselhaftes Gekritzel bei Google
Bunte Bildchen dekorieren den Schriftzug, Gebäude zieren den Hintergrund, Buchstaben mutieren zu Hasen, Palmen oder Kürbissen. Immer wieder überrascht die Suchmaschine Google ihre Nutzer mit einem gemorphten Logo auf der Suchseite. Bunte Bilderrätsel statt Logo-Monotonie heißt die Devise. Das hilft gegen Langeweile und regt die Nutzerschaft zu Diskussionen an.

Als Google am 7. Oktober sein altbekanntes Logo auf der Startseite seiner Suche mit einem Strichcode ersetzte, sorgte das für einige Verwirrung. Viele glaubten an einen Darstellungsfehler ihres Internet-Browsers. Die Auflösung war simpel: Am 07. Oktober 1952 wurde der Patentantrag für den Strichcode angenommen. Der Strichcode entsprach natürlich der Buchstabenfolge “G-O-O-G-L-E”. Warum man allerdings den 57. Jahrestag dieses Ereignisses zum Anlass nahm, die Erfindung des Strichcodes zu würdigen, bleibt das Geheimnis des kalifornischen Internet-Giganten.
“Rätselhafte-Phänomene”
Ebenfalls geheimnisvoll war das Doodle am 5. September dieses Jahres. Zu sehen war ein Ufo, welches ein “o” aus dem Google Logo beamte. Im Web wurde heftig diskutiert, was Google damit aussagen will. Dann erschien Mitte September ein zweites Doodle, diesmal mit Kornkreisen. Wie sich hinterher herausstellte, war es der zweite Teil einer dreiteiligen Doodle-Serie für den Science-Fiction-Autor Herbert George Wells, der unter anderem die Romane “Der Krieg der Welten” und “Die Zeitmaschine” geschrieben hat. Er wäre am 21. September 143 Jahre alt geworden. An diesem Tag präsentierte Google seine Suchseite mit einer Illustration von der Invasion des Mars und komplettierte seine “Rätselhafte-Phänomene”-Serie.

Auch wer im vergangenen Monat Google benutzte, konnte wieder zahlreiche bunte Bilder bestaunen. Anlässlich des 140. Geburtstags von Mahatma Gandhi, widmet Google zum Beispiel dem einstigen geistigen Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung am 2. Oktober ein Doodle. Am 3. Oktober folgte ein Deutschland Doodle. Viele weitere folgten. Meist sind Doodles länderspezifisch. Auch hierzulande eher unbekannte Jubiläums-Daten werden zelebriert. So wurde vergangene Woche der erstmaligen Veröffentlichung von Wallace & Grommit gedacht – einem Animationsfilm mit Knetfiguren. Und auch der Gallier Asterix wurde zum Geburtstag mit einem Doodle beschenkt.
Nur eine eingefleischte Fangemeinde kennt den Chef-Doodler
Chef-Doodler ist Dennis Hwang. Wovon Models, Künstler und selbst Rockstars nur träumen können, ist für ihn Alltag. Er und sein Zeichner-Team ereichen ein Millionen-Publikum weltweit. Der Haken: Nur eine eingefleischte Fangemeinde kennt den 30-Jährigen, der eigentlich Google-Webmaster ist und im Jahr 2000 damit begann, das Logo der Suchmaschine grafisch besonderen Ereignissen und Feiertagen anzupassen.

Das Logo-Morphing regt heute viele User zum Nachmachen an. Aufgrund der großen Resonanz hat Google mittlerweile sogar Doodle-Wettbewerbe ausgerufen. Für das Deutschland-Doodle am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, konnte jeder zwischen sechs und 18 Jahre einen Entwurf einreichen, der in Deutschland lebt.
Logo-Monotonie passt nicht zu Google
Logo-Monotonie ist das, was die Marketing-Theorie als einen wichtigen Wiedererkennungs-Effekt für eine Marke vorschreibt. Design, Größe, Form und Farben eines Logos sollten demnach exakt definiert sein und nicht verändert werden. Den Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin ist das egal: Sie machen seit mehr als zehn Jahren, wozu sie gerade Lust haben – mit bisher unvergleichlichem Erfolg. Die eigenen Mitarbeiter, aber auch Jugendliche und sogar sechsjährige Kinder am eigenen Logo herumbasteln zu lassen, passt da prima ins Bild.
