Spätestens seitdem die Finanzexperten und Börsenspezialisten das Vertrauen ihrer Schützlinge verloren haben und nun viele Privatanleger vor Geldanlagen zurückschrecken, erobern Börsen-Portale das Internet. Sie setzen auf Empfehlungsmarketing und geben Anlegern und Börsen-Interessierten eine Plattform, sich auszutauschen und aus Erfahrung zu lernen, ohne dass ein Finanzhai nach dem hart Ersparten greift. Durch Bewertungen, Analysen und Tipps der Mitglieder kann sich der Nutzer des Portals eine gute Übersicht über den aktuellen Aktienmarkt machen und dadurch eine objektive Entscheidungshilfe bekommen.

Die kostenlose Börsen-Community von Sharewise startete bereits im August 2007. Das Portal erlaubt Anlegern, sich untereinander und mit Börsenprofis zu messen. Die Mitglieder geben Bewertungen, Analysen und Tipps zu einzelnen Aktien ab. Wie glaubwürdig eine Empfehlung ist, zeigt der seit Februar 2009 integrierte Zuverlässigkeitsindex, der die durchschnittliche Rendite jedes Nutzers innerhalb eines halben Jahres errechnet. Dazu gleicht Sharewise jeden Tipp automatisch mit der an der Frankfurter Wertpapierbörse realisierten Performance der bewerteten Aktientitel ab und erstellt so ein Ranking der besten Tippgeber. Zusätzlicher Fun-Faktor: Die Anleger können sich in einem Depot-Wettbewerb gegenseitig oder bei fünf Einzel-Aktien mit einem virtuellen Affen (“Catch the monkey”) messen. Aktuelle Informationen über bevorzugte Aktien kann sich der User auch via Twitter oder E-Mail zusenden lassen.
Tradingbird und MyStocks sind die anderen großen Player im Segment der Finanz-Communities und existieren seit etwa einem Jahr. Tradingbird ist die Börsen-Community des führenden Finanzportals Onvista.de der Onvista Group, wo Privatanleger eigene News und Analysen erstellen, Beiträge anderer Nutzer bewerten und kommentieren und sich in virtuellen Depots mit Gleichgesinnten messen können. Über die eigene OnvistaBank kann auch direkt gehandelt werden. MyStocks wendet sich vorwiegend an Kleinanleger, darunter auch Börseneinsteiger. Kursziele werden bei den Analysen nicht kurzfristig, sondern mindestens für die kommenden drei Monate gesetzt. Kapitalgeber des Community-Projektes ist Erich Sixt, Gründer der Sixt AG.

Seit Juni 2008 existiert nun auch die erste deutschsprachige Börsen-Community, die ihre Teilnehmer sogar finanziell am Erfolg der Plattform beteiligt: Spekunauten. Um sich für eine Erfolgsbeteiligung zu qualifizieren, müssen die User qualitativ hochwertige Aktienempfehlungen abgeben oder mit ihrer Anlagestrategie überzeugen. So steigt die Motivation der Aktien-Liebhaber, sich besonders ins Zeug zu legen und die Plattform erhofft sich dadurch einen hohen Qualitätsstandard und überdurchschnittlich gute Anlegestrategien. Die Besonderheit der selbsternannten “Social-Börsen-Community” Stockjäger ist, dass Video-Clips aus YouTube und MyVideo in den Diskussionsforen eingebunden werden können und sich den Mitgliedern damit eine multimediale Abwechslung bietet. Ebenso besteht die Möglichkeit für Mitglieder, ihr eigenes MySpace-ähnliches Profil zu erstellen und andere Mitglieder zu “tracken”.

Bei dem Online-Börsenspiel Brokr können Mitglieder kostenlos und ohne finanziellen Einsatz jederzeit bares Geld verdienen: Mit dem Tippspiel kann der User bis zu 250.000 Euro gewinnen, während im Spiel “Zock Dich reich” die Mitglieder um einen großen Jackpot zocken. Im Depot-Contest-Spiel kann der User seinen eigenen Aktien-Wettkampf veranstalten und andere User dazu einladen. Ziel der Plattform ist es, jedem Mitspieler die Börse und das Aktiengeschäft spielerisch schmackhaft zu machen und gleichzeitig Day-Tradern und langfristigen Investoren ein risikoloses Umfeld zu offerieren, ihre Börsen-Kenntnisse praxisnah zu testen, sich mit anderen auszutauschen und dabei noch zu verdienen.