Test zum Mobiltelefon Nokia N9
Darum geht es: Mit dem N9 geht Nokia mal wieder neue Wege. Für Innovation waren sich die Finnen bekanntlich noch nie zu schade.
Doch zuletzt häuften sich die Flops, wodurch der einstige Branchenprimus weiter an Marktanteilen einbüßen musste. Die Erwartungen an das Projekt sind dementsprechend hoch. Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem N9 um ein klassisches Touchscreen-Smartphone, das über Fingerwisch-Bewegungen gesteuert wird. Bei genauem Hinsehen erkennt der Nutzer, dass die Vorderseite fast ausschließlich aus dem 3,9 Zoll großen Bildschirm besteht – es gibt keine Tasten.
Eine weitere Überraschung gibt es beim Betriebssystem: Nokia setzt nicht wie sonst immer auf „Symbian“ und auch noch nicht auf „Windows Phone 7“. Stattdessen kommt die Linux-Abwandlung „MeeGo“ zum Einsatz, die Nokia in Zusammenarbeit mit Intel entwickelt hat. Davon abgesehen liegt der Fokus stark auf Multimedia: Das Smartphone ist mit einer Acht-Megapixel-Fotokamera und einer 3,5 mm-Klinke ausgestattet. Bei der Wiedergabe von Videos soll der Dolby HD 5.1-Standard für mobilen Raumklang sorgen. Damit Sie für entsprechendes Material ausreichend Platz haben, erscheint das Nokia N9 wahlweise mit 16 oder 64 GB Flash-Speicher.
Positiv: Das Design des Nokia N9 ist innovativ und frisch. Erfreulicherweise hat Nokia verstanden, dass ein solches Konzept nur mit einem überdurchschnittlich guten Display aufgehen kann – und genau so ein Display bietet das Smartphone auch: Die Bilddiagonale ist beträchtlich, die Darstellungsqualität dank AMOLED brillant. Davon abgesehen fahren die Finnen eine vielversprechende Ausstattung auf: Vor allem mit der hochauflösenden Kamera dürfte das Nokia N9 punkten. Weiterhin hat sich Smartphone in ersten Tests als recht schnell erwiesen. Spannend ist schließlich auch die Berücksichtigung eines Near Field Communication-Chips, der in Zukunft beispielsweise das bargeldlose Bezahlen an Ladenkassen ermöglichen soll.
Negativ: Das N9 soll bis zum Erscheinen der ersten Windows Phone 7-Geräte das neue Flaggschiff von Nokia werden – dementsprechend dürfen Sie sich auch auf einen echten Flaggschiff-Preis einstellen. Die Wahl von „MeeGo“ als Betriebssystem ist problematisch: Die Oberfläche sieht gut aus und ist performant, wird aber nicht einmal ansatzweise so viele Apps bieten können wie „Android“. Schließlich steht schon jetzt fest, dass das User-Interface des Geräts nicht anpassbar sein wird.
Prognose: Das Nokia N9 verzaubert mit einem fast rahmenlosen Display, einer gestochen scharfen Darstellung und einer tollen Multimedia-Ausstattung. Problematisch ist nur, dass das heute keinen mehr vom Hocker reißt – vor zwei, drei Jahren dagegen hätten die Finnen damit viele Marktanteile zurückerobern können. Dennoch: Es bleibt der Eindruck eines Lifestyle-Smartphones mit Potenzial.
- schnell
- brillantes Display
- reichhaltige Ausstattung
- NFC
- neuartiges Design
- wahrscheinlich recht teuer
- vergleichsweise wenige verfügbare Apps
- unflexibles User-Interface
So urteilt USA über das Nokia N9
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