Test zum Mobiltelefon Nokia N9
Darum geht es: Mit Nokia N9 wagt sich der Traditionshersteller aus Finnland in vielerlei Hinsicht an ein unkonventionelles Gerät.
Zum einen sind Farbgebung und Design überraschend bunt und futuristisch – es wäre nicht verwunderlich, wenn das Nokia N9 den einen oder anderen Design-Preis absahnt. Zum anderen basiert das Gerät nicht auf dem von Nokia so heiß geliebten Betriebssystem „Symbian“, sondern auf der Linux-Entwicklung „MeeGo“. Es dürfte das erste und das letzte MeeGo-Gerät aus dem Hause Nokia sein, da sich das Unternehmen mittlerweile voll und ganz „Windows Phone 7“ von Microsoft verschrieben hat. Hiervon zeugen die jüngsten Modelle Nokia Lumia 800 und 710.
Die Oberfläche des N9 bedienen Sie über einen 3,9 Zoll großen Touchscreen, der im 16:9-Seitenverhältnis eine Auflösung von 854 x 480 Bildpunkten eröffnet. Nokia verwendet beim Bildschirm die bewährte AMOLED-Technologie, die vor allem im Hause Samsung schon oft bewiesen hat, was sie kann. Die Oberflächenbeschichtung besteht aus extrastarkem Gorilla-Glas, das besonders kratz- und stoßfest sein soll. „MeeGo“ wird von dem 1 GHz starken OMAP 3630-Prozessor von Texas Instruments angetrieben. Dazu kommen 1 GB Arbeitsspeicher sowie nochmal 512 MB NAND-Memory, wo sich letztendlich das Betriebssystem einnistet. Daneben verfügt das Nokia N9 über zwei Kameras (acht Megapixel hinten, VGA-Auflösung vorne), ein GPS-Modul sowie einen NFC-Chip.
Positiv: Nach zahlreichen Flops gibt sich Nokia endlich wieder kämpferischer und wagt etwas Neues. Ganz gleich ob das Nokia N9 nun ankommt oder nicht: Die Optik ist einmalig und verdient Lob für die Innovationsbereitschaft. Die Verarbeitungsqualität des Gehäuses steht diesem hohen Anspruch im Nichts nach. Die Darstellungsqualität des Bildschirms ist dank AMOLED-Technologie brillant. Auch die Performance des Geräts ist absolut zeitgemäß und nimmt es locker mit einem aktuellen Premium-Androiden auf. Schließlich punktet das Nokia N9 auch mit einer reichhaltigen Ausstattung, die sogar den neuen NFC-Übertragungsstandard zum bargeldlosen Bezahlen nicht auslässt.
Negativ: „MeeGo“ ist vom Handling her nicht sonderlich anders als beispielsweise „Android“. In Sachen Apps kann die Linux-Plattform aber keinesfalls mit Google oder Apples „iOS“ mithalten. Auch muss man sich bewusst sein, dass Nokia „MeeGo“ höchstwahrscheinlich nicht mehr weiterverfolgen wird – die Zukunftssicherheit des Betriebssystems ist dementsprechend fraglich. Davon abgesehen gibt es Abzüge für die eingeschränkte Anpassbarkeit der Benutzeroberfläche sowie den sehr hohen Preis.
Fazit: Das Nokia N9 ist innovativ, frisch und gut durchdacht. Schade nur, dass die Finnen dieses Experiment nicht auf „Android“- oder zumindest „Symbian“-Basis gewagt haben.
- schnell
- toller Bildschirm
- reichhaltige Ausstattung
- gute Verarbeitung
- schickes Design
- sehr teuer
- Betriebsystem ohne Zukunft
So urteilt USA über das Nokia N9
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