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Das Web trällert den Trolololololo
Eduard Anatoljewitsch Chil ist 76 Jahre alt und in seiner Heimat ein berühmter Schlager-Sänger. In den vergangenen Wochen ist der Russe dank YouTube zum internationalen Superstar im Web aufgestiegen, seine Fans verehren ihn weltweit – ihn, den Trololo-Man. Fröhlich trällert er in einem vergilbten 70er-Jahre-Video eine beschwingte Melodie über die Flachbildschirme dieser Welt. Dauerlächelnd, mit gelb-güldener Krawatte und ohne ein Wort zu singen.
Vokalise nennt der Fachmann das, was den Trololo-Mann in den vergangenen Wochen berühmt gemacht hat – ein Gesang ohne Worte. Ohoho-ohoho-la-la, Tro-lo-lo-tru-la-la schmettert der Russe mit ausschweifenden Handbewegungen freudestrahlend in die Kamera, während er vor einer Bühnendekorationen im Stil einer gusseisernen Kleidergarderobe Schritt für Schritt seitwärts schlendert und dabei jede Menge gute Laune verbreitet.
„Я очень рад, ведь я, наконец, возвращаюсь домой“, heißt der Song, den Chil wortlos zum Besten gibt. Und das ist wahrscheinlich auch gut so, denn sein Trololo-lola-lala-Oho-hoo ist so international, wie es Esparanto nie sein könnte. “Ich bin sehr froh, dass ich endlich nach Hause zurückkehre“, lautet die sinngemäße Übersetzung des beschwingten Titels. Dass das wahre Zuhause für Chils Song das Internet ist, hätte der Schlager-Pensionär sicher nie gedacht. Nun ist das Lied zu Hause angekommen und dürfte lange Zeit in den digitalen Speichern dieser Welt überdauern.
Von Japan bis Alaska begeistert sein fröhliches Gesinge die Internetgemeinde, die mittlerweile alle Register der digitalen Anbetung gezogen hat. So sind diverse Websites gestartet, auf der nichts weiter zu sehen ist, als der Hit vom Trololo-Man. Auf Facebook wurde ihm eine Fanpage gewidmet, die mittlerweile knapp 60.000 Fans anzieht. Das klickstärkste Original-Video auf Youtube wurde knapp 4,7 Millionen mal angeklickt – zählt man weitere dazu, ist bereits die Marke von sieben Millionen Abrufen überschritten.
Webgemeinde will Trololo-Man auf Welttournee schicken
Seine Fangemeinde hat mittlerweile auf eine Seite eingerichtet, auf der seine glühenden Verehrer eine Online-Petition unterzeichnen können, mit der Chil zu einer Welttournee gedrängt werden soll. Zumindest in Moskau tritt Mr. Trololo demnächst auf – am 24. April, im Club 16 Tons. Selbstverständlich gibt es bereits Trololo-Man-T-Shirts und einen Trololo-Klingelton zum Download. FTWApps.com hat kurzerhand eine kostenfreie iPhone-App geschrieben. Man kann Chil auf dem iPhone über eine Bühne tanzen lassen, ihm lustige Papphüte aufsetzen und Noten regnen lassen.
Die kreative Fangemeinde hat ihren Mr. Trololo mittlerweile auch in diversen Firmausschnitten verewigt. Ungewöhnliche Begegnungen mit Captain Kirk oder Darth Vader sind Kult. Auch als Godzilla-Verschnitt, für eine singende Katze und Frauenparodien muss der Song herhalten. Selbst Oscarpreisträger Christoph Waltz ließ sich vom Trololo-Fieber anstecken und präsentiert auf Youtube seine Version als „der Humpink“. „Der Komponist des Songs würde aber sagen, Christoph singt die falschen Noten“, kommentierte Chil kürzlich seinen prominenten Nachahmer mit einem Augenzwinkern.
Der Meister selbst sieht die Entwicklung mit Erstaunen und Wohlgefallen. Und er hat auch schon eine Idee: Jeder Online-User sollte eine Zeile in seiner Sprache texten, dann hätte man einen internationalen Song. Nicht das jeweilige Land sei wichtig, sondern dass die Gesichter lächeln und die Melodie des “tru-la-la” verbreiten, sagte er der Online-Ausgabe der Komsomolskaja Prawda und beendete sein Statement mit dem Aufruf „Lets tru-la-la all together.“
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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