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eBay macht die Kehrtwende
Der Zauber, der eBay einst umgab, ist verflogen. Ein eindeutiger Beleg dafür ist die hitzige Diskussion, die in den vergangenen Monaten auf betabuzz geführt wurde. Viele Privatverkäufer fühlen sich beim einstigen Star-Auktionshaus nicht mehr wohl, sie bemängeln vor allem die vielen professionellen Händler und den Kostenlos-Zwang beim Versand. Nun rüstet eBay endlich nach und präsentiert einige Neuerungen. Die gute Nachricht: Die Marktplatzbetreiber hören ihren Nutzern zu und sind sich nicht zu schade, auch einmal zurückzurudern. Nichtsdestotrotz müssen sich Verkäufer schon wieder an etliche neue Spielregeln gewöhnen.
Die Pflicht, dass Verkäufer in bestimmten Kategorien ihre Ware mit kostenlosem Versand anbieten müssen, wird wieder abgeschafft. Dies ist eine der bemerkenswertesten Neuerungen auf eBay – schließlich wurde sie erst im Sommer vergangenen Jahres mit viel Tamtam eingeführt. eBay will besser werden, korrigiert nun auch Fehler. Der aktuelle wirtschaftliche Erfolg überrascht selbst Marktbeobachter. Im Weihnachtsquartal 2009 fuhr das US-Unternehmen ein Rekordergebnis ein. Als ein besonders wichtiger Wachstumstreiber hat sich dabei der Bezahldienst Paypal gemausert. Dieser setzte im Jahresendquartal 28 % mehr um als im Vorjahresquartal.
Paypal-Pflicht für Einsteiger
Paypal soll auch weiterhin wachsen und wird von eBay stark gepusht. Mitten in der Freude über die Abschaffung der Zwangsregelung Gratisversand, müssen Anbieter daher die nächste Reglementierung verdauen: Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten dürfen Artikel nur dann zum Verkauf einstellen, wenn sie Paypal als eine Zahlungsoption für die Käufer anbieten. Begründet wird diese Auflage damit, dass viele Käufer bisher zurückhaltend sind, bei eBay von Verkäufern mit wenigen Bewertungspunkten zu kaufen.
Käufer dürfen sich freuen, ihnen bringt der Paypal-Zwang mehr Sicherheit: Haben sie mit Paypal bezahlt und der Artikel wurde nicht verschickt oder falsch beschrieben, erhalten sie den Kaufpreis erstattet. Ob sich aber auch Erstverkäufer und private Gelegenheitsverkäufer für diese Regelung begeistern können, bleibt abzuwarten.
Aber eines ist klar: An der Qualitätsschraube wird eBay weiter drehen. Das bekommen Verkäufer immer stärker zu spüren. Ab April wird der Grundsatz zum professionellen Verkaufen, der im Oktober 2009 zunächst nur für eBay-Verkäufer mit Top-Bewertung eingeführt wurde, auf alle Verkäufer ausgeweitet. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch alle Verkäufer die neuen Mindeststandards für das Verkaufen auf eBay erfüllen. Diese schreiben vor, dass Verkäufer nur wenig unterdurchschnittlichen Bewertungen (mit nur 1 oder 2 Sternen) erhalten dürfen.
Zuckerbrot und Peitsche für Powerseller
Konkret bedeutet dies, dass Verkäufer künftig eines dieser beiden Kriterien erfüllen müssen: Entweder darf der Prozentsatz der unterdurchschnittlichen Bewertungen je nach Bewertungsbereich nicht höher als 1,2 beziehungsweise 2,4 % sein (bisher 4 oder 5 %) oder der Verkäufer darf in den letzten vier Kalendermonaten maximal vier unterdurchschnittliche Bewertungen erhalten haben (bisher 5).
Auch am Powerseller-Status wird gebastelt: So wurde unter anderem das nötige Handelsvolumen drastisch gesenkt. War bisher ein Mindest-Bruttoumsatz von 3.000 Euro pro Monat nötig, um am Powerseller-Programm teilzunehmen, müssen gewerbliche Verkäufer künftig nur noch mindestens 2.500 Euro Bruttoumsatz aus Verkäufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erzielen – innerhalb von zwölf Monaten. Im Gegenzug wird die Qualitätsschraube angezogen: So müssen Powerseller ab April einen Mindestwert von 4,40 in jedem der vier detaillierten Bewertungsbereiche vorweisen (aktuell: 4,00). Noch ist eBay auf der Suche nach dem optimalen Marktplatz. Die nächsten Neuregelungen dürften nicht lange auf sich warten lassen.
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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