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Pressekonferenz am Montag, 11 Uhr
Im Grunde bietet der Webdienst formspring.me nur ein einfaches Frage-Antwort-Spiel. Doch das Tool aus Amerika erfreut sich immer größerer Beliebtheit – als eine Art Pressekonferenz für jedermann. Noch nie war es einfacher, sich von seinen Mitmenschen Löcher in den Bauch fragen zu lassen. Das Prinzip ist simpel: Person suchen, Frage eintippen, „senden“ klicken und auf eine Antwort warten. Im Gegensatz zur altbackenen E-Mail geschieht dies nicht heimlich, sondern öffentlich. Auf der Internetplattform formspring.me können Menschen anderen Menschen Fragen stellen – persönlich und direkt. Der sich daraus entwickelnde Frage-Antwort-Baum lässt sich auch von anderen Nutzern mitlesen. Und diese können ebenfalls Fragen loswerden. Ähnlich einer echten Pressekonferenz bleiben die Fragesteller anonym – sofern sie sich nicht selbst vorstellen.
Als Antwort-Tool ist formspring.me daher für Personen prädestiniert, die im Blickpunkt eines gewissen öffentlichen Interesses stehen, aber selbst entscheiden möchten, welche Fragen sie beantworten und wo ihre Antworten nachzulesen sind. Wer eine Frage nicht beantworten möchte, löscht sie und niemand erfährt es. Auch wer übereilt falsche Antworten gegeben hat, kann dies rückgängig machen und die bereits erteilte Antwort löschen oder ändern. Noch haben Politiker dieses Tool nicht für sich entdeckt.
Alles was man schon immer fragen wollte
Obwohl sehr viele Menschen einer Person Fragen stellen, befindet sich diese immer in einer 1-zu-1-Situation, arbeitet die eingehenden Fragen nacheinander ab: querbeet und thematisch unsortiert. So kann der formspring-Nutzer zum Beispiel die Moderatorinnen des Internet-Kult-Fernsehens Ehrensenf fragen, welche Augenfarbe der Weihnachtsmann hat oder ob Frau schon mal die Haare gefärbt hat. Oder er lässt sich vom Google-Pressesprecher aufzählen, welche Fußballer zu dessen Top 11 aller Zeiten gehören. Alles was man schon immer fragen wollte, aber wofür die geeignete Plattform bisher fehlte, bietet formspring.me.
Eine öffentliche E-Mail-Kommunikation ohne E-Mail-Account: So fühlt sich dieses Tool an. Unnütz meinen Kritiker. Sinnvoll, sagen glühende Web 2.0.-Verehrer. Denn mit einer guten sozialen Vernetzung macht formspring.me richtig Spaß. So ist es möglich, die Antworten automatisch auf Twitter, Facebook, Tumblr oder dem eigenen Blog zu veröffentlichen (wenn dieser mit dem Publishing-Tool Blogger erstellt wurde). Die jeweiligen Zugriffsrechte können individuell konfiguriert werden. Für Facebook ist es beispielsweise möglich, dass das Frage-Antwort-Spiel direkt auf der Facebook Pinwand der eigenen Profilseite erscheint. Auch ein Widget wird von den Betreibern angeboten. Auf diese Weise können User eine so genannte formspring.me Box in ihren Blog oder auf ihre Website implementieren.
Optimisten hingegen sehen das Tool bereits im Business-Einsatz
Skeptiker halten den Service lediglich für eine Marketing-Kampagne des in Indianapolis beheimateten Mutterunternehmens FormSpring LLC – einem Anbieter von Webformularen. Die Frage-Antwort-Plattform weist potenzielle Kunden allein durch ihre Funktionalität auf Einsatzmöglichkeiten solcher Online-Formulare hin. Dass dem ersten Hype eine breite Akzeptanz in der Social Web Gemeinde folgt, wird in vielen Blogs bereits angezweifelt. Optimisten hingegen sehen das Tool bereits im Business-Einsatz: So könnte es für viele Firmen ein effizientes Mittel werden, um öffentlichkeitswirksam auf Kundenanfragen zu reagieren. Die noch immer weit verbreiteten E-Mail-Antworten der Supportabteilungen nach dem Textbaustein-Prinzip wären dann ein Auslaufmodell.
Lust auf das Frage- und Antwortspiel? Hier geht es zu formspring.me
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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