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Foursquare: Das Web 2.0 verortet sich
Wer macht in diesem Augenblick was? Mit Hilfe von Twitter&Co. erfährt es die Web 2.0-Gemeinde in Echtzeit. Das Einzige, was bisher im Dunkeln blieb, war das „Wo“. Doch das ändert sich. Spätestens seit der Dienst Foursquare die virtuelle Bühne betreten hat, bekommen Geokoordinaten eine völlig neue Bedeutung. Aus schnöden sozialen Netzwerken werden nun geo-soziale Netzwerke. GPS sei Dank.

Wie alle Online-Trends schwappt auch dieser von jenseits des Atlantiks zu uns herüber. Foursquare heißt der ambitionierte Dienst aus den USA, der bisher nur in englischer Sprache verfügbar ist. Ihm wird das Potenzial zugesprochen, auch hierzulande die Social Networks zu inspirieren und Standort bezogene Bewertungs-Communitys à la Qype zu verdrängen. Der Dienst wird von einigen Medien auch als das neue Twitter gehandelt. Selbst definiert das 6-köpfige Unternehmen sein Angebot als 50% Friend-Finder, 30% Social Cityguide und 20% Nightlife Game.
Foursquare läuft ausschließlich über das Mobiltelefon
Wichtigster Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken: Die Anwendung läuft ausschließlich über das Mobiltelefon. Es gibt eine Applikation für das iPhone, Android-Handys und eine mobile Website. An einer Blackberry-Applikation wird noch gearbeitet. Wer noch ein Telefon ohne Webbrowser hat, kann sogar per SMS mitmachen. Das funktioniert bisher allerdings nur in den USA. Der eigene Standort wird per GPS ermittelt. Die klassische Website dient nur als Backend, liefert einen unendlichen Strom an Informationen. Einloggen kann man sich dort nicht. Das funktioniert nur mobil, denn darum geht es letztlich.
Mit einem so genanntem „check-in“ teilt man der Plattform mit, wo man sich gerade aufhält. Egal ob zu Hause, im Büro, im Cafe, Biergarten, Restaurant oder im Park: Nutzer können via Handy überall einchecken. Sobald ein Freund eingecheckt hat, erfährt man, wo dieser sich gerade aufhält. Das ist nicht nur praktisch, um Internet-Freunde im realen Leben zu treffen. Man erfährt auch viel über die Locations, die sich der virtuell Verfolgte anschaut. Wie oft und wann er sie besucht, und was er dazu meint. Wer sich an einem Ort einloggt, findet zu dieser Örtlichkeit Tipps anderer Nutzer. So kann es passieren, dass man in einem Restaurant den Menüvorschlag nicht vom Kellner, sondern von einem Foursquare-Aktivisten erhält.
Kostenlose Getränke für virtuelle Bürgermeister
Halb Spiel, halb Stadtführer bekommt man in diesem sozialen Netzwerk als Anreiz für reale Entdeckungen digitale Auszeichnungen. Alle Nutzer werden dazu mit diversen bunten Badges gekennzeichnet. Wer einen bestimmten Ort am häufigsten besucht hat, wird zum „Mayor“ erklärt. In etlichen US-Städten wie New York kann man es sich dann als virtueller Bürgermeister auch so richtig gut gehen lassen und erhält in bestimmten Lokalitäten kostenlose Getränke, Mahlzeiten, freien WLAN-Zugang oder andere Dienstleistungen. Es gibt mittlerweile sogar städtespezifische Badges. In mehr als 100 Städten weltweit gibt es bereits Mitspieler. In Deutschland ist der Dienst für Berlin und München verfügbar.
Ob dieses Stadt-Entdecker-Spiel wirklich das Zeug hat, ernsthafte Bewertungs-Plattformen oder gar Twitter vom Thron zu stoßen, darf bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz gilt die Geo-Information als das letzte Puzzle-Teilchen, um virtuelle Communitys mit der Realität zu verschmelzen. Die Twitter-Entwickler arbeiten bereits selbst an einem Tool, das es letztlich ermöglichen soll, Tweets mit einer Längen- und Breitengrad-Angabe zu versehen. Wer dann in einem Restaurant sitzt, könnte nicht nur Menü-Empfehlungen von Foursquare-Usern bekommen, sondern zusätzlich den Tweets in seiner unmittelbaren Umgebung folgen. Schlechte Aussichten für altmodische Candle-Light Dinner.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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