Berlin heute und damals
Berlin ist eine aufstrebende Trendmetropole, die immer mehr Touristen anlockt. Die Anziehungskraft der Hauptstadt macht sich jetzt der Senat zu Nutze, indem er Google Earth historisches Bildmaterial zur Verfügung stellt, das große Teile der Stadt in dreidimensional darstellt. Das neue Google Earth 5.0 Plug-in ermöglicht die plastische Ansicht und den virtuellen Zutritt zu vielen Berliner Bauten. Damit kann die historische Zeitreise in das „alte“ Berlin beginnen. Besonders eindrucksvoll sind die Stadtaufnahmen des US National Archives von 1945 und 1953, die die Nachkriegszeit in den Bezirken Mariendorf, Mitte, Prenzlauer Berg sowie den Zustand des Reichstags dokumentieren.

Berlin 1945
Regelmäßig aktualisieren die Google-Streetview-Autos das gegenwärtige Berliner Stadtbild. Nutzer können 44.000 der wichtigsten Berliner Gebäude plastisch betrachten. Damit sind rund 10 Prozent der Stadtfläche abgedeckt. Neben der reinen Fassaden-Grafik werden von vierzig Konstruktionen architektonische Merkmale wie Erker und Säulen angezeigt. Außerdem können fünf Bauwerke virtuell besichtigt werden: zur Auswahl stehen das Reichtagsgebäude, der Berliner Hauptbahnhof, die DZ-Bank am Pariser Platz, das Sony Center sowie das Olympiastadion.
Ein fader Beigeschmack bleibt
Mit den Streetview-Fotos sorgt Google immer wieder für Aufregung, da im Zuge der Gebäude-Aufnahme ahnungslose Passanten fotografiert und ihre Bilder online gestellt werden. Zwar ist die statistische Wahrscheinlichkeit ungewollt ein Bild von sich selbst im Netz zu finden verschwindend gering, aber ein fader Beigeschmack bleibt. In den USA reagierte Google zum Schutz der Privatssphäre und zeigt keine Bilder von Obdachlosenunterkünften oder Abtreibungskliniken. Auch hierzulande bleiben bestimmte Gebiete von der Fotodokumentation ausgeschlossen; sensible Bereiche werden unscharf oder gar nicht mehr gezeigt. Die skurrilsten Geschichten rund um Googles neues Wunderkind präsentierte betabuzz bereits vor wenigen Wochen.
Soviel Kritik Google einstecken muss, soviel Zuspruch bekommt die Suchmaschine. Zwar kann auch die raffinierteste Darstellung kein identisches Abbild einer lebendigen Stadt leisten, wohl aber einen realistischen Eindruck liefern und weitere Besucher für Berlin interessieren.







