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Spaß-Shopper im Schnäppchenrausch
Entertainment, E-Commerce oder schlicht Glücksspiel? Beim Thema Penny Auctions sind Experten uneins. Während eine eBay-Auktion simpel funktioniert – wer während der Laufzeit das höchste Gebot einstellt, erhält den Artikel – sind Penny Auctions komplexer. Bei den meisten dieser Versteigerungen erhöht sich der Produktpreis mit jedem abgegebenen Gebot um einen definierten Cent-Betrag und die Auktionszeit verlängert sich. Das eigene Gebotsguthaben verringert sich mit jedem Gebot. Erst wenn niemand mehr bietet und der Countdown auf Null abgelaufen ist, steht der Sieger fest.

Das Reizvolle an diesem Auktionssystem besteht für viele Nutzer darin, dass sie hochwertige Markenartikel zu einem Bruchteil des eigentlichen Preises ersteigern können. 75 % Ersparnis gegenüber dem empfohlenen Verkaufspreis sind keine Seltenheit. Als Gefahr sehen Kritiker allerdings, dass Nutzer zuerst den Produkt-Preis wahrnehmen, der ein Gebot lukrativ erscheinen lässt und bieten. Doch die Auktion verlängert sich immer wieder, solange es Interessenten gibt. Wer dann bereits hohe Summen in seine Gebote gesteckt hat, möchte auf keinen Fall leer ausgehen. Folge: Derjenige investiert womöglich noch mehr Gebote, um den Zuschlag zu erhalten. Worst Case: Hohe Gebotskosten, die Ware bekommt ein anderer.
Swoopo versteigert 10.000 Produkte im Monat
Mit mehr als 1,2 Millionen registrierten Kunden zählt Swoopo zu den bekanntesten Penny Auctions. Auf der Plattform werden nach Angaben des Anbieters etwa 10.000 Produkte im Monat versteigert. Das Portal ist auch in den England, Spanien, den USA und Österreich präsent. Zunächst müssen Swoopo-Nutzer Guthabenpakete für ihre Gebote kaufen. Ein Gebot kostet 50 Cent. Durch jedes abgegebene Gebot steigt der Preis des Produktes in der Regel um 10 Cent und die Auktionszeit verlängert sich automatisch um bis zu 20 Sekunden. Auch 5-Cent-Auktionen sind üblich. Der letztbietende Teilnehmer erhält den Zuschlag, sobald die Zeit abgelaufen ist. Pluspunkt: Jeder kann jederzeit aus einer laufenden Auktion auszusteigen und das Produkt direkt kaufen. Die angefallenen Gebotskosten werden auf den Warenwert angerechnet.

Auch beim Mitbewerber Dealstreet hat man für ernsthafte Bieter das Risiko ausgeschaltet, Geld zu verlieren. Wer eine Auktion nicht gewinnt, kann das Produkt direkt kaufen und den Wert seiner abgegebenen Gebote auf den Kaufpreis anrechnen lassen. Pro abgegebenes Gebot steigt der Auktionspreis um 10 Cent und die Auktion verlängert sich um bis zu 20 Sekunden. Ein Gebot kostet ebenfalls 50 Cent, Versandkosten fallen hier nicht an.
Wer Glück hat, kann zu seinem Wunschpreis zuschlagen
Stärker abgewandelt ist das Konzept von Crazyhammer. Hier kostet ein Gebot zwischen 45 und 70 Cent, je nach gekauftem Guthaben-Paket. Im Abo müssen für ein Gebot nur 40 Cent berappt werden. Jedes Gebot erhöht den jeweiligen Auktionspreis um 1 Cent. Beim Anbieter Rabattschlacht.de sinken sogar die Preise. Je länger man einen Preis beobachtet, desto stärker sinkt dieser – pro Person um 50 Cent pro Minute. Wer Glück hat, kann zu seinem Wunschpreis zuschlagen. War ein Mitbeobachter schneller, startet eine neue Auktion, solange das Produkt verfügbar ist.

Aber egal wie gleich oder unterschiedlich die Konzepte sind, einen Gewinner gibt es immer: Die Auktionsanbieter. Dank Gebotsgebühren können sie Markenartikel weit unter dem eigentlichen Marktpreis verkaufen und trotzdem komfortable Gewinne einfahren. Mehr als 50 ähnliche Plattformen sind mittlerweile online. Je mehr Bieter kostenpflichtige Gebote abgeben und je länger sich eine Auktion dadurch hinzieht – umso besser für die Anbieter.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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Kommentare
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