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Oktober
12:00 Uhr

Domain-Handel: Reich mit dem richtigen Riecher?

geschrieben von Karsten Zunke

Am vergangenen Freitag war es endlich soweit: Die Registrierungsstelle für deutsche Internet-Domains Denic hat die Vergabe von ein- und zweistelligen Domains sowie von reinen Zifferndomains gestartet. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis die ersten Kurz-Domains auf dem freien Markt angeboten und versilbert werden. Denn URL-Neuland lässt Onliner gern vom großen Geld träumen.

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Ein teures Vergnügen: shopping.de

Etliche Domain-Registrierer reservieren eine Webadresse nur aus einem Grund: Sie wollen mit der für ein paar Euro erstandenen Buchstaben-Kombinationen später Kasse machen und sie an potente Käufer veräußern. Es wäre nicht das erste Mal, dass so etwas funktioniert. Gehandelt werden Domains auf speziellen Online-Marktplätzen.

1,6 Millionen US-Dollar für fly.com

Die Webadresse fly.com wurde in diesem Jahr über den Domain-Marktplatz Sedo für 1,6 Millionen US-Dollar verkauft, body.com wechselte für immerhin noch 400.000 Dollar seinen Besitzer. Deutsche Domain-Endungen waren in diesem Jahr etwas günstiger zu haben: Für flatrate.de kassierte der Verkäufer 160.000 Euro, für gartenmöbel.de blätterte der Käufer 100.000 Euro auf den virtuellen Ladentisch und holzspielzeug.de erzielte in diesem Jahr immerhin noch einen Verkaufspreis von 11.000 Euro.

Die bisher teuerste Domain, die in Deutschland gehandelt wurde, wechselte im Jahr 2008 ihren Besitzer: Satte 1,96 Millionen Euro bezahlte der Online-Portalbetreiber Unister aus Leipzig für die Webadresse shopping.de. Der glückliche Verkäufer war Andreas Malek, Geschäftsführer der Darmstädter Softwareschmiede Cosoba. Zuvor hatte Unister schon für knapp 900.000 Euro die Domain kredit.de gekauft.

Begehrt sind Webadressen mit den Endungen .com

Unangefochtener weltweiter Spitzenreiter ist nach wie vor www.sex.com – der Verkauf der Seite brachte im Jahr 2006 umgerechnet elf Millionen Euro ein. Für business.com wurden 1999 rund 7,5 Millionen US-Dollar gezahlt. Beer.com war dem Käufer im Jahr 2004 gute sieben Millionen US-Dollar wert. Begehrt sind hauptsächlich Webadressen mit den Endungen .com. Aber auch .de, .info oder .eu gelten als lukrative Top-Level-Domains. Für Dotcoms werden im Durchschnitt jedoch die höchsten Preise gezahlt.

Außerdem besagt eine Faustregel: Je kürzer ein Domain-Name, desto besser. Die jetzt vergebenden ein- und zweistellige Domains gelten deshalb als besonders wertvoll. Branchen-Experten schätzen, dass diese Adressen einen Gesamtwert von über zehn Millionen Euro erzielen könnten.

Auf der Domainhandelsbörse sedo.de fanden schon im Vorfeld Auktionen statt. Auch wenn es keine Garantie gab, die ersteigerte Domain tatsächlich zu erhalten, wurden beispielsweise für DJ.de und PC.de jeweils mehr als 4.000 Euro geboten – obwohl man hier nur ein mögliches Vorregistrierungsrecht ersteigern konnte. Denn letztlich konnten alle Interessenten ihre Wunsch-Domain bei ihrem Internet Service Provider einreichen.

DB.de war schon vorher aus dem Rennen

Um vier Domains brauchte man sich allerdings nicht bemühen: DB.de (Deutsche Bahn), IX.de (Heise Verlag) und HQ.de (HQ Interaktive Mediensysteme) wurden bereits vor dem Jahr 1993 registriert – also zu einer Zeit, als die jetzt abgeschaffte Drei-Zeichen-Mindestlänge-Regelung noch gar nicht in Kraft war. Diese Domains hatten seitdem Bestandsschutz. Nach einem Rechtsurteil musste die Denic kürzlich auch die Zwei-Zeichen-Domain VW.de für Volkswagen freischalten.

Die zehn teuersten .de Domains im Jahr 2008

1. shopping.de (1.960.000 Euro)
2. kredit.de (892.500 Euro),
3. casino.de (400.000 Euro)
4. arbeitsmarkt.de (200.000 Euro),
5. suchmaschinenoptimierung.de (84.000 Euro),
6. gmbh.de (73.185 Euro),
7. deals.de (65.450 Euro)
8. seo.de (48.000 Euro),
9. apotheke24.de (45.000 Euro),
10. nepal.de (38.000 Euro).

Quellle: Sedo.de, eigene Recherche

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2 Kommentare

  1. [...] Reich mit dem richtigen Riecher? Am vergangenen Freitag war es endlich soweit: Die Registrierungsstelle für deutsche Internet-Domains Denic hat die Vergabe von ein- und zweistelligen Domains und sowie von reinen Zifferndomains gestartet. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis die ersten Kurz-Domains auf dem freien Markt angeboten und versilbert werden. Denn URL-Neuland lässt Onliner gern vom großen Geld träumen. betabuzz [...]

  2. [...] kredit.de ging für stattliche 892.500 Euro über den Tisch und arbeitsmarkt.de für 200.000 Euro. Shopping.de soll im Jahre 2008 sogar für 1.960.000 Euro verkauft worden sein. Die Zahl wurde offiziell aber nie bestätigt. Diesen Beitrag bookmarken [...]

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