Google entdeckt die Echtzeit
“Was würde Google tun”, heißt ein Buch-Bestseller von US-Autor Jeff Jarvis. “Die Internet-Kommunikation neu erfinden”, wäre wohl die passende Antwort. So wirft Google jetzt die gute alte E-Mail, Chat, Blog und das angesagte Social Networking in einen Topf und mixt es kreativ. Heraus kommt Google Wave. Eine “gehostete Echtzeitkommunikation” wie es im Fachjargon heißt. Noch befindet sich die von Google als revolutionär angekündigte neue Kommunikationsform in einer Testphase. Ein geschlossene Nutzergruppe von 100.000 User weltweit sammelt momentan erste Erfahrungen mit Wave.

Als die E-Mail vor 40 Jahren erfunden wurde, waren Computer noch so groß wie Kühlschränke. Nur Universitäten und Militäreinrichtungen verfügten über die monströsen Rechenmaschinen, die in der Lage waren, einfache Texte elektronisch von A nach B zu schicken. Wie würde man E-Mail heute erfinden? Diese Frage haben sich die Google-Entwickler gestellt. Jens und Lars Rasmussen von Google Australien haben daraufhin Wave kreiert. Der Unterschied: Wird eine E-Mail verschickt, erhält jeder Empfänger eine Kopie dieser Mail auf seinen Computer. Wird hingegen eine Wave eröffnet, gibt es nur diese eine Kopie. Und die liegt im Internet. Prinzipiell kann jeder darauf zugreifen und alle Beteiligten können untereinander interagieren.
In Echtzeit Änderungen verfolgen
Wer beispielsweise Freunde zu einer Party einladen möchte, eröffnet eine Wave, schreibt die Einladung und fügt die Freunde hinzu, die mitfeiern sollen. Öffnet einer der Eingeladenen diese Wave, kann er in Echtzeit die Änderungen verfolgen – beispielsweise Live mitverfolgen, wie jemand anderes in dieser Wave eine Nachricht eintippt: Buchstabe für Buchstabe erscheint der Text auch auf seinem Monitor. Der Einladungsstatus kann ebenfalls sichtbar gemacht werden – wer kommt, wer nicht, wer vielleicht. Der Ort, an dem die Party steigt, lässt sich in einer Karte anzeigen. Letztlich wird die Welle zum Pendant einer kompletten E-Mail-Kommunikation zu einem konkreten Thema.
Auch länderübergreifende Diskussionen sollen verbessert werden. So ist das neue Kommunikations-Tool in der Lage, in Echtzeit in eine andere Sprache zu übersetzten. Eine auf französisch eingetippte Nachricht erscheint beispielsweise beim englischsprachigen Wave-Freund automatisch in dessen Sprache, also auf englisch. Jeder in einer Welle kann zudem alle Inhalte dieser Welle editieren und verändern. Dokumente lassen sich vom eigenen Rechner in die Wave ziehen und können anderen Usern zur Verfügung gestellt werden. Das soll unter anderem die virtuelle Zusammenarbeit von Unternehmen auf eine neue Stufe heben. Kritiker heben aber bereits mahnend den Finger – zu verwirrend, zu wenig strukturiert, zu viel Chaos für eine professionelle Zusammenarbeit. Bei den Testern werden bereits erste Rufe nach Rechtevergaben laut.
Test-Accounts werden sogar bei eBay gehandelt
Eine Welle soll aber nicht nur ein Dokument sein, sondern auch unterhalten. So können neben Texten auch Bilder oder Grafiken eingestellt und miteinander geteilt werden. Beispielsweise können Freunde in einer Welle ein gemeinsames Fotoalbum erstellen. Eine Wave kann auch in einem Blog oder auf einer Webseite veröffentlichet werden. Neueinträge und Änderungen werden dann auch dort sofort angezeigt, realtime. Noch befindet sich Wave in einer sehr frühen Phase. Ob es sich in der breiten Masse durchsetzen kann, hängt auch vom Feedback der Test-Nutzer ab. Die rissen sich im Vorfeld geradezu darum, beim Test mitmachen zu können. Auf eBay wurden teilweise dreistellige Dollarbeträge für eine Einladung gezahlt.








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Google hebt die Internetkommunikation in eine neue Welt.
Der einzige Wunsch: selber mitmachen !
Vielleicht gelingt mir das ja.
Weiter so !!