Sie befinden sich hier: Home » Archiv: September 2009

Monatsarchiv für September 2009

September
16:00 Uhr

Heimliche Webgiganten: 123people

geschrieben von Veronika Donnerbauer

Innerhalb kürzester Zeit hat sich die österreichische Personensuchmaschine 123people in Deutschland einen Platz unter den reichweitenstärksten Online-Angeboten gesichert. Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zählte im zweiten Quartal dieses Jahres beachtliche 2,72 Millionen Unique User im Monat. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) wiederum zählte im August 9,7 Millionen Visits und 24,9 Millionen Page Impressions. Die Personensuchmaschine 123people wurde 2008 ins Leben gerufen.

bb_123people

Über die Plattform können Onliner im Netz verfübare Infos wie Fotos, Profilseiten in sozialen Netzwerken, Nachrichten, Telefonnummern und E-Mailadressen zu einer bestimmten Person aufstöbern. Neben Infos zu bekannten Schauspielern, und historischen Persönlichkeiten lassen sich so auch Infos über alte Schulkameraden finden. Das junge Wiener Unternehmen bietet seinen Service in neun Ländern an. Die oben genannten Zahlen decken dabei nur den deutschen Markt ab. Wenn 123people in den anderen Ländern ähnlich gut ankommt, ist die Personensuchmaschine nicht nur in Deutschland ein heimlicher Webgigant.

Kommentar
September
12:00 Uhr

Amateure messen sich mit Profi-Brokern

geschrieben von Maren Fliegner

Spätestens seitdem die Finanzexperten und Börsenspezialisten das Vertrauen ihrer Schützlinge verloren haben und nun viele Privatanleger vor Geldanlagen zurückschrecken, erobern Börsen-Portale das Internet. Sie setzen auf Empfehlungsmarketing und geben Anlegern und Börsen-Interessierten eine Plattform, sich auszutauschen und aus Erfahrung zu lernen, ohne dass ein Finanzhai nach dem hart Ersparten greift. Durch Bewertungen, Analysen und Tipps der Mitglieder kann sich der Nutzer des Portals eine gute Übersicht über den aktuellen Aktienmarkt machen und dadurch eine objektive Entscheidungshilfe bekommen.

sharewise

Die kostenlose Börsen-Community von Sharewise startete bereits im August 2007. Das Portal erlaubt Anlegern, sich untereinander und mit Börsenprofis zu messen. Die Mitglieder geben Bewertungen, Analysen und Tipps zu einzelnen Aktien ab. Wie glaubwürdig eine Empfehlung ist, zeigt der seit Februar 2009 integrierte Zuverlässigkeitsindex, der die durchschnittliche Rendite jedes Nutzers innerhalb eines halben Jahres errechnet. Dazu gleicht Sharewise jeden Tipp automatisch mit der an der Frankfurter Wertpapierbörse realisierten Performance der bewerteten Aktientitel ab und erstellt so ein Ranking der besten Tippgeber. Zusätzlicher Fun-Faktor: Die Anleger können sich in einem Depot-Wettbewerb gegenseitig oder bei fünf Einzel-Aktien mit einem virtuellen Affen (“Catch the monkey”) messen. Aktuelle Informationen über bevorzugte Aktien kann sich der User auch via Twitter oder E-Mail zusenden lassen.

Tradingbird und MyStocks sind die anderen großen Player im Segment der Finanz-Communities und existieren seit etwa einem Jahr. Tradingbird ist die Börsen-Community des führenden Finanzportals Onvista.de der Onvista Group, wo Privatanleger eigene News und Analysen erstellen, Beiträge anderer Nutzer bewerten und kommentieren und sich in virtuellen Depots mit Gleichgesinnten messen können. Über die eigene OnvistaBank kann auch direkt gehandelt werden. MyStocks wendet sich vorwiegend an Kleinanleger, darunter auch Börseneinsteiger. Kursziele werden bei den Analysen nicht kurzfristig, sondern mindestens für die kommenden drei Monate gesetzt. Kapitalgeber des Community-Projektes ist Erich Sixt, Gründer der Sixt AG.

Spekunauten

Seit Juni 2008 existiert nun auch die erste deutschsprachige Börsen-Community, die ihre Teilnehmer sogar finanziell am Erfolg der Plattform beteiligt: Spekunauten. Um sich für eine Erfolgsbeteiligung zu qualifizieren, müssen die User qualitativ hochwertige Aktienempfehlungen abgeben oder mit ihrer Anlagestrategie überzeugen. So steigt die Motivation der Aktien-Liebhaber, sich besonders ins Zeug zu legen und die Plattform erhofft sich dadurch einen hohen Qualitätsstandard und überdurchschnittlich gute Anlegestrategien. Die Besonderheit der selbsternannten “Social-Börsen-Community” Stockjäger ist, dass Video-Clips aus YouTube und MyVideo in den Diskussionsforen eingebunden werden können und sich den Mitgliedern damit eine multimediale Abwechslung bietet. Ebenso besteht die Möglichkeit für Mitglieder, ihr eigenes MySpace-ähnliches Profil zu erstellen und andere Mitglieder zu “tracken”.

Brokr

Bei dem Online-Börsenspiel Brokr können Mitglieder kostenlos und ohne finanziellen Einsatz jederzeit bares Geld verdienen: Mit dem Tippspiel kann der User bis zu 250.000 Euro gewinnen, während im Spiel “Zock Dich reich” die Mitglieder um einen großen Jackpot zocken. Im Depot-Contest-Spiel kann der User seinen eigenen Aktien-Wettkampf veranstalten und andere User dazu einladen. Ziel der Plattform ist es, jedem Mitspieler die Börse und das Aktiengeschäft spielerisch schmackhaft zu machen und gleichzeitig Day-Tradern und langfristigen Investoren ein risikoloses Umfeld zu offerieren, ihre Börsen-Kenntnisse praxisnah zu testen, sich mit anderen auszutauschen und dabei noch zu verdienen.

Kommentar
September
08:02 Uhr

Hoffnung für einsame Herzen

geschrieben von Yvonne Ortmann

Die Internet-Flirterei geht munter weiter. Seit Juli gibt es mit eDarling eine weitere Online-Partneragentur, die Menschen zu ihrem Liebesglück verhelfen will. Das neue Unternehmen möchte vor allem den etablierten Dickschiffen und Umsatzriesen Parship.de und Elitepartner.de Konkurrenz machen. Die Partnerzusammenführung soll bei eDarling über einen ausgefeilten Persönlichkeitstest funktionieren. Wer nach dem oder der “Einen” sucht, gibt neben Standards wie “bevorzugter Datingort” auch an, ob er gute Laune offen zeigt oder eher zurückhält, ob er bei einem Lied eher auf Text oder Melodie achtet und ob eine Affäre für ihn ausgeschlossen ist oder unter bestimmten Umständen denkbar.

edarling_shot

“Als seriöse Partneragentur mit handgeprüften Mitgliedern richtet sich eDarling uneingeschränkt an alle interessierten und anspruchsvollen Singles, die eine feste und erfüllte Beziehung anstreben”, sagt Geschäftsführer David Khalil. Aktuell bietet eDarling seinen Service allen Nutzern noch kostenlos an. In Zukunft können Partnersuchende ihr persönliches Profil durch ein kostenpflichtiges Mitgliedskonto erweitern, das verschiedenen Zusatzfunktionen beinhaltet – ein krisenfestes Geschäftsmodell. Betrieben wird eDarling von der Berliner Affiniatas GmbH. Bereits 45 Mitarbeiter beschäftigt das junge Unternehmen. Das Gründerteam besteht neben David Khalil aus Lukas Brosseder, Frank Biedka, Kai Rieke und Christian Vollmann. Letzterer baute bereits zu Jamba-Zeiten den Flirtdienst iLove auf. Mit einer “breit angelegten Marketing- und TV-Kampagne” soll eDarling bekannt gemacht werden. Im Netz kommt man an den vielen Bannern der Partneragentur bereits kaum noch vorbei. Konkurrent Parship kontert den Angriff von eDarling unterdessen mit einer ganz besonderen Aktion: Unter der Vertipperdomain www.edariing.de verspricht die Partnervermittlung “Seriöse und anspruchsvolle Partnersuche. Immer mehr finden im Internet ihr glück”.

edariing_shot

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

Kommentar
September
16:03 Uhr

Kurzbuzz: FC45, mytextguru.com

geschrieben von Alexander Hüsing

In unserer Rubrik “Kurzbuzz” stellen wir – kurz und knapp – regelmäßig neue Internet-Projekte und -Konzepte vor.

FC45
Früher gab es zu jeder Fußball-Weltmeisterschaft ein eigenes Lied der deutschen Nationalmannschaft – beispielsweise “Wir sind schon auf dem Brenner”. Singende Fußballer gab und gibt es aber auch sonst. Die Berliner Trevor Wilson und Michael Schäumer sammeln diese Kunstwerke. Ihre Plattensammlung kann jeder bei FC45.de bewundern. Das Duo zerrt unzählige Fußballersongs wieder ans Licht der Öffentlichkeit – säuberlich sortiert nach Vereinen. Manche Lieder hätten dann doch lieber in der Schublade bleiben sollen.

mytextguru.com
Hilfe in Sachen Rechtschreibung bietet mytextguru.com. “Der Textdienstleister mit direkter Onlinepreisangabe bearbeitet Aufträge unbürokratisch, schnell und einfach”, versprechen die Gründer Christoph Helmes, Michael Schuricht und Bernhard H. Vollmar. Durchgeführt werden die Korrekturen von einem nicht näher beschriebenen Expertenteam. Vor mytextguru.com starteten die Oldenburger bereits den Dienst kommasetzer.de, einen Marktplatz rund um das Thema Sprache und Text.

Kommentar
September
12:05 Uhr

Ruhe in Frieden – oder im Internet

geschrieben von Maren Fliegner

Wer im weltweiten Netz nicht zu finden ist, ist bedeutungslos – diese Auffassung macht sich zunehmend breit und verführt Onliner dazu, ihre Selbstdarstellung in Social Communitys oder auf Homepages immer weiter auszudehnen. Das Bedürfnis, persönliche Spuren zu hinterlassen und eine ewige Online-Präsenz zu erhalten, betrifft jedoch nicht nur die eigene Person. Diverse Portale bieten Nutzern die Möglichkeit, Profile für Verstorbene anzulegen und sie so für die Nachwelt zu erhalten. Gedenkseiten für geliebte oder verehrte Menschen sorgen dafür, dass wirklich jeder in die virtuelle Ewigkeit eingehen kann – ob er es wollte oder nicht.

bb_emorial

Einer der größten Online-Friedhöfe im deutschsprachigen Internet: eMORIAL.de

Mit – laut eigener Angabe – rund 150.000 Gedenkseiten stellt eMORIAL.de einen der größten Online-Friedhöfe im deutschsprachigen Internet dar. Hier können Nutzer kostenlose Erinnerungsnotizen, beispielsweise unter Angabe des Namens, des Geburts- und Sterbedatums, des Friedhofs, der Firma und der besuchten Schule, einstellen, virtuelle Kerzen anzünden und kondolieren. Für eine einmalige Gebühr von 19 Euro haben Hinterbliebene darüber hinaus die Möglichkeit, mit individuellen Texten, Bildern, Musik oder Videos an die Verstorbenen zu erinnern. Dieser Premiumdienst beinhaltet auch eine eigene Internetadresse, die direkt zur Gedenkseite der betreffenden Person führt. Für 129 Euro übernimmt eMORIAL.de die komplette Gestaltung der Erinnerungsstätte. Der Memorialdienst wird allerdings nicht nur von Privatpersonen genutzt. Auch Bestattungsunternehmen vertreiben über eigene eMORIAL-Accounts Gedenkseiten für ihre Kunden.

Gedenkkerzen im Internet entzünden

Das Portal MEMOSEO.com fällt durch eine angenehme Zurückhaltung im Design auf. In der Online-Gedenkstätte mit internationaler Ausrichtung können Trauernde “Gedenksteine” für Freunde, Verwandte oder Prominente errichten. Diese Gedenksteine können jederzeit besucht werden, Nutzer können hier ihr Beleid ausdrücken, persönliche Erinnerungen schildern und Bilder hochladen. Die kostenlosen Dienste der Webseite dürfen nur von Personen genutzt werden, die älter als 16 Jahre sind. Während sich MEMOSEO ausdrücklich vom Begriff des Friedhofs distanziert, positioniert sich die Strassederbesten.de als “der kostenlose Online-Friedhof im Internet”. Mit der “Halle des Lichts”, in dem brennende Gedenkkerzen zu sehen sind, und der Möglichkeit, Gräber zu gestalten, orientiert sich dieses Portal deutlich stärker als andere an Ruhestätten der realen Welt. Die nicht ganz ausgereifte Seite beinhaltet derzeit knapp 4.000 Gedenkstätten. Ebenfalls kostenlos ist die Nutzung von Menschen-gedenken.de. Ähnlich wie die bisher genannten Angebote können auch hier persönliche Einträge zum Trauern und Erinnern angelegt werden. Eine klare Optik und Suchhilfen wie der Zeitenkompass und der Ortefinder sorgen für eine benutzerfreundliche Handhabung. Selbstverständlich gibt es Trauerseiten nicht nur für geliebte Menschen. Auch für unsere verstorbenen Vierbeiner hält das Internet Portale wie Tiersterne.de parat.

bb_trauerde

Trauer.de positioniert sich als Ratgeber in Trauerfragen

Eine professionelle Ausrichtung zeigt die Webseite Trauer.de. Mit Branchenbuch und Expertentipps (“Wie kondoliere ich richtig”, “Ein Todesfall in der Familie – was ist zu tun?”) will Trauer.de weniger Gedenkstätte denn Ratgeber sein. Personenbezogene Informationen sind hier ausschließlich zu prominenten Verstorbenen zu finden. Im “Magazin” werden Hintergrundgeschichten rund um das Thema Tod erzählt. Die Bandbreite ist groß, von Artikeln à la “Leben und Sterben im Buddhismus” hin zu Umfragen zum Tod von Michael Jackson oder zur Patientenverfügung. Die Webseite ist angenehm und informativ gestaltet und macht keinen Hehl aus Kooperationen mit Versicherungen oder anderen Unternehmen mit thematischem Bezug.

Wichtig: Persönlichkeitsrechte nicht aus den Augen verlieren

Welche Online-Gedenkstätte ansprechend ist, ist sicherlich eine sehr subjektive Entscheidung. Für den einen mag das Konzept absurd sein, andere wiederum empfinden diese moderne Art des Erinnerns als hilfreich. Auf jeden Fall sollten Nutzer dieser Angebote die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre der Verstorbenen nicht aus den Augen verlieren.

Kommentar
September
08:00 Uhr

Wunschdesign für die Kreditkarte

geschrieben von Yvonne Ortmann

Auch bei der Kreditkarte kann man nun Wert auf den persönlichen Stil legen: Bei Payango gibt es das Plastikkärtchen für jeden samt individuellen Wunschdesign. Nutzer wählen auf der Seite entweder eines von über 4.000 Motiven aus oder laden ein eigenes Foto hoch. Die Kosten für den individuellen Spaß liegen zwischen 20 und 25 Euro pro Jahr. Zielgruppe der Payango-Karte sind Online-Shopper ab 12 Jahren. Aus diesem Grund handelt es sich bei den gestaltbaren Platikgeld auch um eine Visa-Prepaid-Card. “Da nur zuvor aufgeladenes Geld ausgegeben werden kann, sind die Karteninhaber sicher vor Missbrauch und können nicht in die Kreditfalle geraten”, teilt das junge Unternehmen mit.

bb_payango

Bei Payango gibt es die Kreditkarte mit Wunschdesign.

Geschäftsführer Volker Breuer ist davon überzeugt, mit seiner Idee jungen Menschen zu einem “kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Geld” zu verhelfen und ihre “Finanz- und Planungskompetenz” zu stärken. Auf der anderen Seite könnte die persönliche Kreditkarte für Shop-Betreiber eine gute Möglichkeit sein, der junge Zielgruppe den Einkauf auf ihrer Plattform schmackhaft zu machen. Netter Vorteil für die Eltern: Die Ausgaben können nicht ausufern. Payango arbeitet mit der Landesbank Baden-Württemberg zusammen. Ende des vergangenen Jahres ging der Dienst nach 18 Monaten Vorbereitung an den Start.

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

Kommentar
September
16:00 Uhr

Internetradio setzt sich durch

geschrieben von Maren Fliegner

Das Internet hat das Mediennutzungsverhalten in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wer von den individuellen Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des weltweiten Netzes profitieren will, muss sich jedoch nicht automatisch von alten vertrauten Kanälen verabschieden. Die Entwicklungen im Bereich der Internetradios zeigen, wie die Brücke zwischen Massenmedium und multimedialer Vielfalt geschlagen werden kann. Auf diese Weise holen Internetradios sowohl die digitale Generation, die sich vom klassischen UKW entfernt hat, als auch Liebhaber herkömmlicher Radioprogramme ab.

Die jüngste Untersuchung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., kurz BITKOM, belegt, dass sich die Internetradionutzung bei der breiten Masse zunehmend durchsetzt. Bereits jeder vierte Internetnutzer greift auf Online-Radios zurück, bei männlichen Onlinern zwischen 10 und 24 Jahren sogar jeder zweite. Weibliche Nutzer dieser Altersgruppe liegen mit 30 % ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. Insgesamt hören derzeit 16 Millionen Deutsche Radio über das Web, so die repräsentative Umfrage, die von Techconsult unter 1.000 Personen über zehn Jahren durchgeführt wurde. Knapp zwei Drittel dieser Radionutzer sind Männer.

23 Millionen Haushalte verfügen über einen schnellen Internetzugang

Die steigende Verbreitung schneller Internetzugänge und internetfähiger Mobiltelefone als auch günstige Flatrate-Angebote leisten der Beliebtheit von Internetradios Vorschub. Zudem ermöglichen die neuen WLAN-Radios die Rezeption der Online-Programme jenseits des Computers. Nach BITKOM-Daten verfügten Ende 2008 rund 23 Millionen der fast 40 Millionen Haushalte über einen schnellen Internetzugang. Für das Jahr 2009 erwartet der BITKOM ein Plus von 13 % auf 26 Millionen Breitbandanschlüsse.

Hinter dem Begriff Internetradio verbirgt sich eine große Vielfalt an Angeboten, konzeptionell wie stilistisch. Was ihnen gemein ist – im Unterschied zu klassischen Radiosendern -, ist ihre internationale Verfügbarkeit. Während UKW-Radio in Deutschland meist regional verortet ist, steht Nutzern von Internetradios die ganze Welt offen. Sie können auf etablierte Sender mit Onlinestreaming  genauso zugreifen wie auf reine Internetstationen oder On-Demand-Portale.

Alles ist vertreten: Mainstream-Mix, Nischenmusik, Hörspiele

Jedes Genre ist im Internet vertreten. Hörer finden hier wirklich alles, vom Mainstream-Mix über Nischenmusik bis hin zu Podcast-Reportagen und -Hörspielen. Nutzer von Internetradios profitieren von den multimedialen Verknüpfungen, die das World Wide Web bietet: Neben Informationen zu Interpreten und Titeln sind ihnen meist Videos, Konzerthinweise, Ticketverkauf und Musikdownloads über ein und dieselbe Plattform zugänglich. Aus diesem Grund bauen immer mehr UKW-Sender ihren Online-Auftritt aus und versuchen, auf den bereits fahrenden Zug aufzuspringen.

Eine interessante Mischung aus Radiostream, On-Demand-Programm und Community stellen neue Marken wie Quu.FM dar. Der Radioanbieter mit Sitz in Hamburg konnte sogar prominente Moderatoren wie den MTV-Veteran Ray Cokes, die Schriftstellerin Alexa Hennig von Lange oder den Vorzeige-Provokateur Michel Friedman für sein Format gewinnen. Gute Übersichten über Internet-Radiostationen gibt es auf Webseiten wie www.radio.de, www.surfmusik.de oder www.medien-index.de.

Kommentar
September
12:00 Uhr

Mit Google zum Immobilien-König

geschrieben von Karsten Zunke

Wahrhaft kapitalistische Online-Unterhaltung verspricht der Deal zwischen Spiele-Hersteller Hasbro und Google. Was offline Generationen begeistert hat, soll aus Computer-Daddel-Kids geschäftstüchtige Immobilienmakler machen – zumindest virtuell. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen Monopoly City Streets auf die Beine gestellt. Ein sogenanntes Mashup, bei dem das bekannte Brettspiel Monopoly auf den digitalen Karten von Google-Maps im Internet stattfindet.

bb_monopoly

Die Idee des Monopoly fasziniert schon ein knappes Jahrhundert: Im Jahr 1904 wurde ein Vorläufer des Spiels aus der Taufe gehoben, zur Zeit der Welt-Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre ging das echte Monopoly Brettspiel an den Start. Die vielen Arbeitslosen jener Zeit sollten so einen sinnvollen Zeitvertreib haben: Das Spiel trat tatsächlich seinen Siegeszug an. In Zeiten der weltweiten Finanzkrise scheint es nur konsequent, eine weltweit zugängliche Online-Version zu launchen.

Das neue Online-Game kennt keine Ländergrenzen

Das prinzipielle Ziel des Spiels: Selbst Großgrundbesitzer werden und die anderen Mitspieler in den Ruin stürzen. Das klassische Brettspiel wird heute in mehr als 100 Ländern verkauft. Das neue Online-Game hingegen kennt keine Ländergrenzen. Selbst als Bürger von Grönland, Uruguay oder Swasiland kann man nun Wolkenkratzer auf dem Berliner Kudamm oder der Pariser Innenstadt errichten. Vorausgesetzt, man verfügt über einen Internetanschluss, einen Computer und viel Zeit. Für das nötige Kleingeld ist zunächst gesorgt. Satte drei Millionen Monopoly-Dollar stehen für die Immobilien-Spekulationen als Startgeld zur Verfügung. Der Ansporn für die Spieler: Immobilien-King werden.

Anfang September ging Monopoly City Streets online, allerdings nicht ohne Probleme. Viele User hatten Schwierigkeiten mit der Registrierung. Ein Restart wurde nötig. Allen Querelen zum Trotz erfreut sich das Online-Game großer Beliebtheit: Halb Deutschland ist aufgekauft. Selbst in den entlegensten Orten Mecklenburg Vorpommerns waren die besten Lagen bereits wenige Tage nach Spielbeginn verkauft. Der Clou des Spiels: Spielfiguren müssen nicht bewegt werden. Einfach die gewünschte Straße suchen, kaufen. Fertig. Ist sie bereits vergeben, kann man dem Besitzer online ein Angebot unterbreiten.

Insgesamt stehen 27 verschiedene Gebäude zur Verfügung

Auf eigenen Straßen kann der Spieler dann Gebäude errichten, die ganz automatisch für Mieteinnahmen sorgen, wenn er sich täglich einloggt. Insgesamt stehen 27 verschiedene Gebäude zur Verfügung – vom hypermodernen Wolkenkratzer bis zum historischen Schlossturm. Je teurer die Baukosten für das Objekt, desto höher fallen die täglichen Mieteinnahmen aus. Täglich um Mitternacht wird die Miete auf das virtuelle Konto gezahlt – es sei denn, die Straße wurde sabotiert. Denn um Mitspieler zu ärgern, können Bau-Löwen-Attackierer in einer Straße ein Blockade-Gebäude erreichten. Für eine so sabotierte Straße kann man keine Mieten mehr kassieren.

Laut dem Branchenverband BITKOM nutzen rund 10,3 Millionen Bundesbürger Online-Games. Die Mehrheit der Online-Spieler greift regelmäßig auf die Games zu und verbringt mit dieser Art der digitalen Unterhaltung ähnlich viel Zeit wie mit klassischen Unterhaltungsmedien. Die Idee eines der bekanntesten Brettspiele mit einem der bekanntesten Online-Kartenanbieter zu kombinieren, dürfte die Nutzerzahlen weiter nach oben treiben – nicht nur in Deutschland. Monopoly City Streets ist bis Ende 2009 befristet. „Und was sollen wir ab Januar 2010 spielen“, fragen bereits besorgte Immobilien-Haie im offiziellen Blog des Online-Games. „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ möchte man Ihnen zurufen.

Kommentar
September
08:02 Uhr

Maßgeschneidertes für den Mann

geschrieben von Yvonne Ortmann

Was macht aus einem Mann einen Herren? Genau, der tadellos sitzende Anzug! Den kann Mann in der Herrenschmiede erwerben, einem Online-Shop für Maßanzüge. Seit Dezember vergangenen Jahres sind die drei Gründer mit ihrem Dienst online. Tim Selke und Peter Waleczek kennen sich schon aus Schulzeiten. “Wir wollten früher schon so etwas wie StudiVZ machen”, lacht Waleczek. Auf die Idee von Herrenschmiede kam er, als er sich selbst einen Maßanzug anfertigen ließ und befand: Das muss auch schneller und günstiger gehen. Bei einem Praktikum lernte er die dritte im Bunde kennen: Textil- und Webdesignerin Katarina Putick. Waleczek selbst macht gerade seinen Master of Management in Paris, jettet seit geraumer Zeit zwischen dem Firmenstandort Berlin und der französischen Hauptstadt hin und her. “Am Anfang haben wir unser Geld zusammen geschmissen und Freunde und Familie angepumpt”, erzählt er aus der Gründungsphase. Für das “tägliche Brot” sind sie herumgefahren und verpassten dem Bekanntenkreis Maßanzüge – “völlig offline”.

bb_herrenschmiede

Mit Herrenschmiede wird der Mann zum Herren.

Auf der Website können Nutzer Stoffe für Hemd oder Anzug auswählen und bekommen auf Anfrage Maßband und Stoffprobe zugeschickt. Per Fotoanleitung vermisst sich Mann selbst, abgefragt werden auch (peinliche) Dinge wie Bauchform und Körperhaltung. Als Berliner kann man sich sogar kostenlos zu Hause vermessen lassen oder “Vermessungsevents” besuchen. Für Nicht-Berliner besteht die Möglichkeit, sich in einer von 65 Partnerschneidereien vermessen zu lassen. Vorbild für den Dienst am Mann war das kanadische Unternehmen indochino.com, an dem auch das Medienhaus Burda beteiligt ist. Ein selbstdesignter Anzug von Herrenschmiede kostet zwischen 299 Euro und 389 Euro. Waleczek weiß, dass es noch billigere Anbieter gibt. Bei Maßanzug-online.de kosten die Anzüge beispielsweise zwischen 194 Euro und 294 Euro. “Wir haben eben sehr hochwertige Stoffe und setzen auf Handarbeit. Wenn der Anzug perfekt sitzt, ist es nicht entscheidend, ob man 250 Euro oder 300 Euro dafür ausgibt”, erklärt er die Geschäftsphilosophie.

Geplant: Mäntel, Krawatten und Manschettenknöpfe

Als Zielgruppe hat das Team drei Typen ausgemacht. Der “Styler” lege großen Wert auf sein Äußeres und suche den perfekten Anzug. Der “Individualist” wolle etwas ganz Eigenes, “zum Beispiel ein braunes Jacket mit 15 Knöpfen und grüner Naht”. Und für den “Business Man” seien Hemd und Anzug Arbeitskleidung, die er immer wieder nachbestellt. Längerfristig will das Team noch mehr Auswahl an Hemden und Anzügen anbieten. Auch Mäntel sollen hinzukommen und Accessoires wie Krawatten und Manschettenknöpfe. Dafür, so Waleczek, wäre ein Investor nicht schlecht.

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

Kommentar
September
16:05 Uhr

Wochenrückblick 39/2009

geschrieben von Alexander Hüsing

Zum Wochenausklang noch einmal eine Übersicht mit allen Artikeln der vergangenen Tage im Schnelldurchlauf.

Spielerischer Gehirnvergleich
Bei Facebook ist Brain Buddies, das erste Spiel aus der neuen Spieleschmiede wooga, gerade sehr beliebt. In unterschiedlichen kniffeligen Denk-Spielchen können die Nutzer des sozialen Netzwerkes ihre Leistungen mit denen ihrer Freunde vergleichen. Unverkennbar standen das beliebte Gehirnjoggingspiel “Big Brain Academy” sowie “Who has the biggest brain?” und andere vergleichbare Spiele Pate bei der Erstellung des unterhaltsamen Gehirntests.

eBay macht Wettbewerber stark
“Jede Woche eine neue Welt” hieß ein erfolgreicher Werbespruch von Tchibo. Ähnlich abwechslungsreich geht es beim Online-Auktionshaus eBay zu. Doch die ständigen Änderungen und Neuregelungen für Händler und User kommen bei manchem weniger gut an. Wie die über 140 Kommentare unter unserem Artikel “eBay: Metamorphose eines Urgesteins” zeigen, hat die Attraktivität von eBay in den vergangenen Jahren arg gelitten.

Was Kinder im Netz suchen
Ob spielen, chatten, mailen oder das Erledigen von Schularbeiten – die virtuelle Welt bietet Kindern in bereits jungen Jahren ein buntes Programm an Spaß und Unterhaltung und ist mittlerweile ein beliebtes Informations- und Kommunikationsmittel geworden. Da ist es nicht verwunderlich, dass im Zeitalter des Web 2.0 Kinder oft versierter im Umgang mit dem Computer sind als Erwachsene.

Kinoprogramm nach Wunsch
Das Kinovergnügen wird manchmal dadurch getrübt, dass man nicht selbst festlegen kann, welcher Film gerade läuft. Jan Sessenhausen und seine vier Mitstreiter haben mit ihrer Plattform Moviac diesem Missstand den Kampf angesagt. Die Idee dafür kam – natürlich – bei einem Kinobesuch und der Frage: “Wieso besteht nicht die Möglichkeit, die alten Klassiker noch einmal im Kino zu sehen?”

Wer die Wahl hat, hat die Qual
In den unendlichen Weiten des Internets verirrt FRAU sich schon mal auf der Suche nach DEM Paar Schuhe, welches wirklich NUR zu DEM Kleid passt. Kaum angekommen in Online-Shop Nummer eins, klickt man sich durch, rutscht über die Preistabelle und stellt fest, dass das eine Paar Schuhe leider in der benötigten Größe nicht mehr verfügbar ist. So googlet FRAU frustriert weiter und durchstöbert stundenlang Online-Shop um Online-Shop.

Das Bewegtbildzeitalter ist angebrochen
Bewegte Bilder im Internet erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Bereits jeder zweite deutsche User hat schon einmal Filme und Videos online angesehen. Drei Viertel von ihnen greifen dabei auf Formate zurück, die sie aus dem Fernsehen kennen. Erst mit deutlichem Abstand folgen Privatvideos (49 %), wie sie auf Youtube.de oder Myvideo.de eingestellt werden.

Immer auf dem Laufenden
“Läuse-Alarm in der Kita, bitte holen Sie Ihre Kinder ab!” Eine solche oder ähnlich wichtige Mitteilungen für Eltern lassen sich ab sofort über den SMS-Infodienst spryne verbreiten. Seit April kann sich jeder bei dem jungen Start-up einen eigenen Kurznachrichtenservice zulegen. Zweck des Ganzen: eine bestimmte Gruppe über wichtige Neuigkeiten zu unterrichten.

Die Rolle der Medien im Superwahljahr
Die Bundestagswahl steht kurz vor der Tür und das „TV-Duett“ sowie die Reaktionen darauf zeigen, dass längst nichts entschieden ist. Die Stimmung während des „Duells“ war wenig kämpferisch, seitens Merkel sogar eher siegessicher. Die Kandidaten scheinen sich an die große Koalition gewöhnt und auf eine Fortsetzung dieser eingestellt zu haben.

Bing ärgert Google ein wenig
Der Rummel um die neue Suchmaschine Bing scheint mehr als ein Strohfeuer zu sein. Wenige Monate nach dem Start ist Microsofts Antwort auf Google nach einer Erhebung des Marktforschers Nielsen in den USA die dritthäufigst genutzte Suchmaschine. Der Marktanteil im August beträgt 10,7 %. Im Vormonat lag der Marktanteil von Bing nur bei 9 %.

Eine Nummer gegen das Verlieren
“Was ist, wenn ich hier so etwas Wichtiges wie meinen Ehering verliere? Die Chance, ihn zurück zu bekommen ist gleich Null.” Diese Gedanke beschäftigten Markus Krechting 2004 als er gerade dösend in der italienischen Sonne lag. Und so wurde die Idee für Code-No.com geboren: “Lieb und teuer gewordene Dinge” mit einer Nummer zu kennzeichnen, um sie auf der ganzen Welt identifizieren zu können.

Die populärsten Produkte – II/2009
Damenbekleidung steigt in der Gunst von Deutschlands Online-Shoppern. 22,8 % der deutschen Onliner haben nach einer Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) im zweiten Quartal dieses Jahres Damenbekleidung über das Internet bestellt. In der Hitliste der populärsten Produkte im Netz reicht dies für den fünften Platz (vorher Platz 6). Bücher, Eintrittskarten und Musik-CDs sind weiter die populärsten Produkte im World Wide Web.

Die populärsten Blogs 38/2009
Endlich wieder Bewegung in den deutschen blogcharts. Das Blog Spreeblick klettert vom dritten auf den zweiten Platz und tauscht damit mit Nerdcore die Plätze. Fefes Blog verbessert sich ebenfalls um einen Platz und verdrängt das Weblog des Journalisten Stefan Niggemeier vom siebten Platz.

Islamkonform netzwerken
Rias A. Sherzad war im Grunde begeisterter Nutzer des Online-Netzwerkes Xing. Zunehmend vermisste er auf der Plattform jedoch Menschen aus seinem Kulturraum. Darüber hinaus hatte er immer wieder Schwierigkeiten, “islamkonforme” Dienstleistungen zu finden. So kam ihm die Idee, selbst ein soziales Netzwerk zu gründen.

Kurzbuzz: meindaumenkino, At.lant.is
In unserer Rubrik “Kurzbuzz” stellen wir – kurz und knapp – regelmäßig neue Internet-Projekte und -Konzepte vor. In Windeseile produziert das Schweizer Unternehmen meindaumenkino ansehnliche Daumenkinos. Nutzer können eigene Kurzvideos hochladen und zu einem Daumenkino verarbeiten lassen. Unter dem ansprechenden Namen At.lant.is geht eine weitere Kinder-Community an den Start. Zielgruppe sind Kinder zwischen 8 und 14 Jahren. Neben dem Austausch steht das gemeinsame Spielen im Vordergrund.

Kommentar

betabuzz ist das Trendportal der Deutschen Telekom für neue Web 2.0-Dienste. betabuzz informiert und berichtet über aktuelle Web- Trends und stellt neue, innovative Dienste sowie Start-ups vor. mehr ...

  • Partner

    Developer Garden
  • Anzeigen

  • Twitter

Seiten: 1 2 3 4 5 ...7
Anzeige