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eBay: Metamorphose eines Urgesteins
Diese rasante Entwicklung hätte sich Pierre Omidyar sicher nicht träumen lassen, als er 1995 mit AuctionWeb den Vorläufer von eBay ins Leben rief. Um die Funktion seiner Auktionsplattform zu testen, stellte er einen defekten Laser-Pointer zum Verkauf ein und war verwundert, dass er für das kaputte Gerät einen Abnehmer fand. Darauf angesprochen antwortete ihm der erfolgreichen Bieter: “Ich bin ein Sammler von kaputten Laserpointern”. Vom Start weg stieß die Auktionsplattform bei den Nutzern auf einen unverhofft großen Bedarf an gebrauchten, skurrilen und seltenen Dingen aber auch an Alltagsgegenständen. Eine atemberaubende Entwicklung wurde eingeläutet.

Trotz des Jubels: Der Zauber, der eBay umgab, ist verflogen.
1996 wurde das Bewertungssystem für Verkäufer eingeführt, 1997 der Marktplatz dann in eBay umbenannt. Das Geschäftsprinzip war bis zu diesem Zeitpunkt ebenso simpel wie erfolgreich: Anbieter können auf der Plattform Waren gegen Höchstgebot verkaufen, eBay tritt lediglich als Vermittler auf und bringt Anbieter und Nachfrager zusammen. Nachdem im Mai 1997 bereits der ein millionste Artikel verkauft wurde, ging man 1998 an die Börse und trieb die Internationalisierung voran. Im Juni 1999 fusionierte die deutsche Auktionsplattform Alando mit eBay und wurde damit der eBay-Marktplatz für den deutschsprachigen Raum. Der exotische Flohmarkt zählt zu dieser Zeit bereits zehn Millionen registrierte User.
eBay wandelt sich – vom Auktionshaus zur Shopping-Plattform
Doch der Zauber, der das damalige Versteigerungsportal umgab, ist verflogen. Die Plattform wandelt sich – vom einzigartigen Online-Auktionshaus zu einer Shopping-Plattform, einer unter vielen. Eine Entwicklung, die unmittelbar nach der Jahrtausendwende einsetzte: Ende 2000 führt eBay in den USA mit “Buy it Now!” eine Festpreis-Option für Angebote ein. Ein halbes Jahr später wird in Deutschland die entsprechende Funktion eingeführt: “Sofort kaufen”. Mitglieder können nun auch virtuelle Ladengeschäfte eröffnen, die so genannten eBay Stores, die hierzulande eBay Shops heißen. Außerdem wird das Power-Seller-Programm für gewerbliche Käufer aufgesetzt. Immer weiter entfernt sich das Unternehmen von seinem ursprünglichen Flohmarkt-Konzept. Der Trödelmarkt-Charme verfliegt, mehr und mehr kommerzielle Anbieter tummeln sich auf der Plattform.
Gleichzeitig werden Geschäftsfelder erweitert. Das Unternehmen geht auf Einkaufstour, übernimmt zahlreiche Plattformen und Dienste, unter anderem den Internet-Telefonie-Dienst Skype, den Online-Zahlungsdienstleister PayPal und den Produkt- und Preisvergleichsdienst Shopping.com. Diese Entwicklung fand ihren vorläufigen Höhepunkt als mit eBay Express im Jahr 2006 eine Plattform geschaffen wurde, auf der ausschließlich Neuware zu Festpreisen von gewerblichen Anbietern angeboten werden konnten. Das Projekt floppte, der Express-Marktplatz wurde im Frühjahr 2008 geschlossen.
Konkurrenten profitieren von eBays neuem Kurs
Dass sich eBay neu erfindet, freut die Wettbewerber. Hinzu kommen interne Umstrukturierungen, Neuerungen bei Gebührenstruktur und Bewertungssystem, der Umbau der Plattform, eine neue Suchmaschine, eine neue Versandkostenregelung und so weiter. Vor allem für Händler ist es mittlerweile mühsam geworden, auf dem Laufenden zu bleiben. Längst haben viele von ihnen auf anderen Portalen weitere Standbeine aufgebaut. Plattformen wie Amazon, Hood, Auvito, Tamundo, Tradoria oder Yatego profitieren davon. Einige sprechen schon von einem Händleransturm.
Ob eBay langfristig aufs richtige Pferd gesetzt hat, wird die Zeit zeigen. Aber eines hat das einstige Auktionshaus mit seiner Wandlung schon heute erreicht: Es ist zu einer Handelsmacht aufgestiegen: Allein auf dem deutschen eBay-Marktplatz erwirtschafteten 159.000 professionelle Anbieter zwischen dem 1. April 2008 und 31. März 2009 ein Handelsvolumen von 3,1 Milliarden Euro. Kein Vergleich zu den 14,83 US-Dollar, die der kaputte Laserpointer 14 Jahre zuvor umsetzte.
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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