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Ein "eher flüchtiger" Twitter-Boom
Twitter ist das große Ding im Internet. Twitter ist nur ein Hype. Twitter wird die Kommunikationswelt verändern. Twitter ist nächstes Jahr wieder vergessen. Die Meinungen über den Mikrobloggingdienst gehen weit auseinander. Immer wieder war Twitter zuletzt in den Schlagzeilen – bei der glücklichen Notwasserung eines Flugzeuges im Hudson River, bei der Bundespräsidentenwahl im Mai und zuletzt beim Tod von Michael Jackson. Die Berichterstattung zeigt Wirkung: Von April bis Juni konnte der Mikrobloggingdienst seine Nutzerzahlen laut Nielsen annähernd verdoppeln. So weist die Nielsen-Nutzerstatistik im Juni für Twitter.com 1,8 Millionen Nettonutzer (Unique Audience) in Deutschland aus.
“Betrachtet man die Nutzung unter demographischen Aspekten, zeigt sich zunächst, dass Frauen mit 54,1 % in der Nutzerschaft im Juni häufiger auf Twitter vertreten waren als die männlichen Twitterer”, teilt der Marktforscher mit. Die meisten Nutzer finden über andere Internetseiten zu Twitter: Rund 1,5 Millionen Nettonutzer geben nicht direkt die URL in ihr Browserfenster ein. Besonders viel Traffic schaufelt Google zu Twitter rüber. “Damit stellt sich die Frage, ob es sich bei den Nutzern um regelmäßige Besucher handelt, denn denkbar ist auch, dass ein Teil der Nutzerzahlen nur aus kurzfristigem Interesse an bestimmten Themen oder erhöhter medialer Aufmerksamkeit resultiert” analysiert Nielsen die Zahlen.
Auch die Nutzungsdauer spricht für eine “eher flüchtige und wenig intensiv Nutzung”: Lediglich 6,5 % der Nutzer verbrachten im aktuellen Monat mehr als 30 Minuten auf Twitter. Bei Facebook beträgt der Anteil dieser Nutzer 31,8 %. Auf Wer-kennt-wen verbrachten im Juni sogar 43,8 % der Nutzer mehr als eine halbe Stunde. Einen Angesang will Nielsen dennoch nicht anstimmen: “Dieses Ergebnis ist selbstverständlich auch darauf zurückzuführen, dass das Verfassen der 140-Zeichen-Tweets darauf ausgerichtet ist, schnell und in Echtzeit zu kommunizieren und damit weniger Zeit in Anspruch nimmt als die Kontaktpflege über andere soziale Netzwerke.” Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack: Denn Twitter muss weiter in den Schlagzeilen bleiben bzw. die Nutzer müssen für Schlagzeilen sorgen, denn sonst bleiben die Gelegenheitsbesucher aus.
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de erstellt worden.
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