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Monatsarchiv für August 2009

August
16:00 Uhr

Großes Interesse an politischen Themen

geschrieben von Julia Schwabe

Superwahljahr 2009 – hier werden nicht nur die Parteien genauestens unter die Lupe genommen, sondern auch das Verhalten der potentiellen Wähler. Diese informieren sich zunehmend im Internet und tauschen dort ihre politische Standpunkte mit anderen Onlinern aus. Das Markt- und Medienforschungsunternehmen Nielsen hat in einer aktuellen Studie nicht nur das Diskussionsaufkommen von April bis Juni 2009 in relevanten Blogs und Foren untersucht, sondern auch herausgefunden, dass vor allem die Steuerpolitik ein zentrales Thema bei den Internetnutzern ist. Die Analyse der Daten ergab zudem, dass neben der Steuerpolitik vor allem die Sperrung kinderpornografischer Seiten intensiv von den Onlinenutzern besprochen wurde. Das Diskussionsaufkommen an sich, stieg besonders im Rahmen politischer Ereignisse wie der Europawahl und wird laut Nielsen kurz vor den Bundestagswahlen erneut ansteigen.

Allein in den cica 40 untersuchten deutschen Foren unterhielten sich knapp 6.700 Forenteilnehmer.  Zu den einzelnen Parteien – CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und NPD – konnten insgesamt 76.000 Beiträge herausgefiltert werden. Mit 47% unterhielten sich die Forenmitgliederam häufigsten über die SPD. Die meisten Autoren diskutierten hierbei auf Foren von Spiegel (ca. 16.000 Nachrichten von rund 2.700 Autoren) gefolgt von forum.politik.de (ca.8.000 Nachrichten von 1.000 Autoren) und Gulli:Board (2.000 Beiträge von 500 Autoren).

Artikel zum Thema
* Die populärsten Nachrichtenseiten

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August
12:00 Uhr

eBay: Metamorphose eines Urgesteins

geschrieben von Karsten Zunke

Diese rasante Entwicklung hätte sich Pierre Omidyar sicher nicht träumen lassen, als er 1995 mit AuctionWeb den Vorläufer von eBay ins Leben rief. Um die Funktion seiner Auktionsplattform zu testen, stellte er einen defekten Laser-Pointer zum Verkauf ein und war verwundert, dass er für das kaputte Gerät einen Abnehmer fand. Darauf angesprochen antwortete ihm der erfolgreichen Bieter: “Ich bin ein Sammler von kaputten Laserpointern”. Vom Start weg stieß die Auktionsplattform bei den Nutzern auf einen unverhofft großen Bedarf an gebrauchten, skurrilen und seltenen Dingen aber auch an Alltagsgegenständen. Eine atemberaubende Entwicklung wurde eingeläutet.

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Trotz des Jubels: Der Zauber, der eBay umgab, ist verflogen.

1996 wurde das Bewertungssystem für Verkäufer eingeführt, 1997 der Marktplatz dann in eBay umbenannt. Das Geschäftsprinzip war bis zu diesem Zeitpunkt ebenso simpel wie erfolgreich: Anbieter können auf der Plattform Waren gegen Höchstgebot verkaufen, eBay tritt lediglich als Vermittler auf und bringt Anbieter und Nachfrager zusammen. Nachdem im Mai 1997 bereits der ein millionste Artikel verkauft wurde, ging man 1998 an die Börse und trieb die Internationalisierung voran. Im Juni 1999 fusionierte die deutsche Auktionsplattform Alando mit eBay und wurde damit der eBay-Marktplatz für den deutschsprachigen Raum. Der exotische Flohmarkt zählt zu dieser Zeit bereits zehn Millionen registrierte User.

eBay wandelt sich – vom Auktionshaus zur Shopping-Plattform

Doch der Zauber, der das damalige Versteigerungsportal umgab, ist verflogen. Die Plattform wandelt sich – vom einzigartigen Online-Auktionshaus zu einer Shopping-Plattform, einer unter vielen. Eine Entwicklung, die unmittelbar nach der Jahrtausendwende einsetzte: Ende 2000 führt eBay in den USA mit “Buy it Now!” eine Festpreis-Option für Angebote ein. Ein halbes Jahr später wird in Deutschland die entsprechende Funktion eingeführt: “Sofort kaufen”. Mitglieder können nun auch virtuelle Ladengeschäfte eröffnen, die so genannten eBay Stores, die hierzulande eBay Shops heißen. Außerdem wird das Power-Seller-Programm für gewerbliche Käufer aufgesetzt. Immer weiter entfernt sich das Unternehmen von seinem ursprünglichen Flohmarkt-Konzept. Der Trödelmarkt-Charme verfliegt, mehr und mehr kommerzielle Anbieter tummeln sich auf der Plattform.

Gleichzeitig werden Geschäftsfelder erweitert. Das Unternehmen geht auf Einkaufstour, übernimmt zahlreiche Plattformen und Dienste, unter anderem den Internet-Telefonie-Dienst Skype, den Online-Zahlungsdienstleister PayPal und den Produkt- und Preisvergleichsdienst Shopping.com. Diese Entwicklung fand ihren vorläufigen Höhepunkt als mit eBay Express im Jahr 2006 eine Plattform geschaffen wurde, auf der ausschließlich Neuware zu Festpreisen von gewerblichen Anbietern angeboten werden konnten. Das Projekt floppte, der Express-Marktplatz wurde im Frühjahr 2008 geschlossen.

Konkurrenten profitieren von eBays neuem Kurs

Dass sich eBay neu erfindet, freut die Wettbewerber. Hinzu kommen interne Umstrukturierungen, Neuerungen bei Gebührenstruktur und Bewertungssystem, der Umbau der Plattform, eine neue Suchmaschine, eine neue Versandkostenregelung und so weiter. Vor allem für Händler ist es mittlerweile mühsam geworden, auf dem Laufenden zu bleiben. Längst haben viele von ihnen auf anderen Portalen weitere Standbeine aufgebaut. Plattformen wie Amazon, Hood, Auvito, Tamundo, Tradoria oder Yatego profitieren davon. Einige sprechen schon von einem Händleransturm.

Ob eBay langfristig aufs richtige Pferd gesetzt hat, wird die Zeit zeigen. Aber eines hat das einstige Auktionshaus mit seiner Wandlung schon heute erreicht: Es ist zu einer Handelsmacht aufgestiegen: Allein auf dem deutschen eBay-Marktplatz erwirtschafteten 159.000 professionelle Anbieter zwischen dem 1. April 2008 und 31. März 2009 ein Handelsvolumen von 3,1 Milliarden Euro. Kein Vergleich zu den 14,83 US-Dollar, die der kaputte Laserpointer 14 Jahre zuvor umsetzte.

Artikel zum Thema
* eBay bringt die Wirtschaft in Schwung
* Neuer Online-Marktplatz für Sammelwütige
* Nie wieder Verkaufsstress

Kommentar
August
08:03 Uhr

Visuelle Geschmackssache

geschrieben von Veronika Donnerbauer

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber nicht nur das, den Geschmack von etwas zu vermitteln ohne die Möglichkeit einer Verkostung ist dazu noch ziemlich schwierig. Als Lösung für dieses Problem könnte die Visualisierung von Geschmack dienen. Ein noch relativ neues Unterfangen an das sich Daniel Ackermann und Alf Jahn herangetraut haben. Ihr Projekt trägt den Namen aromicon und ist ein Online-Shop samt virtueller Weinverkostung. “Die Geschmackskomponenten werden über Grafiken und kleine Filme verbildlicht: In einem Verkostungsglas steigen wie das Bukett des Weins Haupt- und Nebenaromen in Gestalt kleiner Bilder – beispielsweise Früchte – umeinander kreisend auf”, erklärt Jahn das Konzept der Geschmacksvisualisierung.

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Bei aromicon wird Geschmack visualisiert.

Und das Ganze funktioniert doch erstaunlich gut. Die kleinen Grafiken lösen in der Tat Geschmacksassoziationen aus – man bekommt eine Vorstellung davon, wie der jeweilige Wein schmecken könnte. Die jahrelange Pilotarbeit der beiden Gründer hat sich ausgezahlt – seit 2004 beschäftigen sich Jahn und Ackermann mit dem Thema Geschmacksvisualisierung. Ihr Verfahren wurde bereits 2005 patentiert und mit einigen Preisen ausgezeichnet. Als Weinhändler sehen sich die Geschmacksvisualisierer aber nicht -  vielmehr als “Schnittstelle zwischen Online-Weinhändlern, Winzern und Weinkonsumenten”. aromicon arbeitet zum Beispiel mit dem allseits bekannten Weinhändler ebrosia, dem Winzer André Gussek und dem Bio-Weindepot zusammen. Wenn einem Nutzer ein Wein gefällt, kann er diesen bei einem der Partner bestellen – aromicon kassiert dafür eine Provision.

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

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August
16:00 Uhr

Wochenrückblick 35/2009

geschrieben von Alexander Hüsing

Zum Wochenausklang noch einmal eine Übersicht mit allen Artikeln der vergangenen Tage im Schnelldurchlauf.

Empfehlungsnetzwerk für Online-Händler
Albert Warnecke, der Yahoo in Deutschland mit aus der Taufe hob, und der IT-Consultant Stephan Brambach wollen einen neuen Vertriebskanal für Online-Händler aufbauen. Die Empfehlungsmarketing-Plattform mit dem Namen Shoptrex richtet sich an “spezialisierte Händler mit kleinen und mittelgroßen Online-Shops, die einfach, zeitsparend und effektiv neue Kunden gewinnen und ihren Umsatz dauerhaft steigern möchten”.

Google-Killer oder zahnlose Tiger?
Google fürchtet keine Konkurrenz. Im Gegenteil: Es gibt mehr als 160 Suchmaschinen weltweit, jeden Monat kommt eine neue hinzu. Sie alle haben Google bisher große Freude bereitet, denn das Wasser konnte dem Such-Titan niemand reichen. Bisher jedenfalls. Es dürfte den Jungs aus Mountain View ein verschmitztes Lächeln ins Gesicht getrieben haben, sofern sie denn in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen im deutschen Web wahrgenommen hätten: Von den neuen Google-Killern war zu lesen. Endlich wird der Monopolist vom Thron gestoßen. Wird er?

Kurzbuzz: SoeinMist!, EinfachNachhaltig
Auf der noch jungen Plattform SoeinMist! können Nutzer berichten, was ihnen Unmögliches passiert ist oder was ihnen die Laune verdorben hat. Dabei gehe es um Geschichten aus dem täglichen Leben, die jedem von uns passieren können, sagt Initiator Wolfgang Kinkel. Der kleine Live-Shoppingdienst EinfachNachhaltig vertreibt Produkte, die ökologisch und sozial “nachhaltig” sind. Jede Woche präsentiert das Start-up von Wolfram Latschar ein Thema und stellt ausgewählte Hersteller und ihre Produkte vor.

Flirten in romantischer Atmosphäre
Raphael Laumann und Daniel Nicolai haben ein Herz für flirtbereite Onliner. Ihre noch relativ frische Datingplattform hört auf den Namen Amorolo. Und der Name ist Programm: Mit einer “romantischen Atmosphäre und anspruchsvoller Web-2.0-Technik” wollen sich die beiden Berliner, die knapp zwei Jahre an ihrer Datingplattform gearbeitet haben, von der unzähligen Konkurrenz im Web abgrenzen. Über 2.000 weitere Singlebörsen existieren bereits. Den Rahmen von Amorolo bildet ein französisches Straßencafé.

Communitys für die Hosentasche
Soziale Netzwerke im Internet gehören heute für viele Menschen selbstverständlich zur Kontaktpflege mit ihren Freunden und Bekannten. So verwundert es nicht, dass es bereits einige Ansätze gibt,die das Prinzip auch auf den mobilen Bereich ausweiten. Denn gerade auf dem Handy ist die Community jederzeit verfügbar, Kontakte können von unterwegs gepflegt, Gedanken ausgetauscht und Bilder oder Videos sofort mit den Freunden geteilt werden.

Generation Upload
Immer mehr Menschen nutzen das Internet. Sie lesen Blogs statt Zeitungen, besuchen die Online-Enzyklopädie Wikipedia anstelle einer echten Bibliothek, senden Kurznachrichten, statt das Telefon zu benutzen, und sie haben unzählige Freunde – auf sogenannten Social Communitys wie Facebook oder MySpace.

Wie siehst du denn aus?
Fashion Victims sind im Netz gut aufgehoben. Eine der zahlreichen Anlaufstellen für Modebegeisterte haben die ehemalige Burda-Managerin Yvonne Jarchow, Jenomics-Gründer Benjamin Schiller und die angehende Mediengestalterin Sabine Beger auf den virtuellen Laufsteg gebracht. Die Styling- und Fashion-Community der Münchner hört auf den Namen Stylebooker und soll “Fashionnews aus aller Welt und die Internet-Fashionstores mit den Ideen einer fashionbegeisterten Community” verbinden.

Hauptschüler, Studenten und Realschüler – Wer nutzt welche sozialen Netzwerke?
Auf den ersten Blick gleichen die vielen sozialen Netzwerke im Lande sich wie ein Ei dem anderen. Unter der Haube gibt es aber deutliche Unterschiede. Über die Unterschiede in der Alterstruktur haben wir in der vergangenen Woche bereits berichtet. Heute richten wir unser Augenmerk auf den Bildungsgrad der Netzwerk-Nutzer. Erwartungsgemäß verfügen 38,4 % der studiVZ-Nutzer über die Hochschulreife.

Heimliche Webgiganten: Spin.de
Unter den Dinosauriern im Communitysegment ist Spin.de der Ober-Dino. Bei der Community handelte es sich ursprünglich um ein reines Demosystem für die Chat-Software der Betreiberfirma. Die Demoseite entwickelte jedoch schnell ein Eigenleben. Bis Anfang 2007 war die Plattform unter dem Namen Spinchat bekannt, erst dann folgte die Umbenennung in den gängigeren Namen Spin.de. Inzwischen gehört das soziale Netzwerk mit über einer Million Nutzern zu den größten Communitys im Lande.

Fotocollagen aus Communitybildern
Hobbyfotografen, die ihre Bilder gerne als Poster aufhängen, sind bei myprinting gut aufgehoben. Denn der Schwerpunkt des Dienstes liegt auf Fotocollagen in Posterform. Über einen sogenannten Poster-Designer ist es beim jungen Münchner Unterehmen, welches von Johannis Hatt und Alexander Köstler geführt wird, möglich, seine digitalen Bilder in ansprechender Form in selbstgestaltete Poster zu verwandeln.

Kulinarisches Internet
Heutzutage muss sich niemand mehr nur mit den Standard-Lösungen aus dem Supermarkt zufrieden geben. Es gibt diverse Online-Plattformen, die den individuellen kulinarischen Wünschen der Konsumenten Rechnung tragen. Von Tee und Kaffee über Brot und Müsli bis hin zu Tierfutter kann sich der User seine eigene Kreation zusammenstellen. Mass Customization heißt dieser Trend im Branchenjargon.

Die populärsten Blogs Deutschlands
Das Politikblog netzpolitik.org legt weiter zu und steht weiter unangefochten an der Spitze der deutschen blogcharts. Ansonsten belibt auf den vorderen Plätzen alles wie in der Vorwoche. Erstmals in den Blogcharts vertreten ist LobbyControl, eine selbsternannte Initiative für Transparenz und Demokratie.

Spielleidenschaft als Beruf
Vor knapp drei Jahren katapultierten Dennis Reimer und Jascha Schubert ihr Fantasybrowserspiel Xhodon ins World Wide Web. Über 60.000 Spieler lockten die passionierten Browsergame-Spieler damit an. Durch den Erfolg ihres Hobbyprojektes bekam das Duo Lust auf mehr. Gemeinsam mit Johanna Riemann machten sie ihre Leidenschaft zum Beruf. Inzwischen wird das preisgekrönte Browsergame von der Trollgames GmbH betrieben.

Hör mal, wer da hämmert!
Die Wohnung braucht einen neuen Anstrich, das Laminat muss neu verlegt werden und der Keller könnte eine gründliche Entrümpelung vertragen, doch das Portemonnaie spricht eine andere Sprache – sparen, sparen, sparen. Eine Möglichkeit die Kosten zu reduzieren, bieten so genannte Dienstleistungsauktionshäuser wie MyHammer oder Blauarbeit. Solche Plattformen helfen potenziellen Auftraggebern, qualifizierte Handwerker für ihre Aufgaben schnell und einfach zu finden.

Kommentar
August
12:00 Uhr

Hör mal, wer da hämmert!

geschrieben von Julia Schwabe

Die Wohnung braucht einen neuen Anstrich, das Laminat muss neu verlegt werden und der Keller könnte eine gründliche Entrümpelung vertragen, doch das Portemonnaie spricht eine andere Sprache – sparen, sparen, sparen. Eine Möglichkeit die Kosten zu reduzieren, bieten so genannte Dienstleistungsauktionshäuser wie MyHammer oder Blauarbeit. Solche Plattformen helfen potenziellen Auftraggebern, qualifizierte Handwerker für ihre Aufgaben schnell und einfach zu finden. Der Auftraggeber erstellt eine Anzeige für die zu erledigende Aufgabe und gibt meist auch einen finanziellen Rahmen vor, wie viel er für das Projekt einsetzen kann. Anschließend können alle handwerklich begabten Interessenten ein Angebot abgeben. Das Prinzip funktioniert demnach wie eine Auktionsversteigerung, nur umgekehrt.

MyHammer

Der Online-Marktplatz MyHammer wurde 2005 von Ingo Endemann gegründet. Mit mittlerweile einer Million registrierten Nutzern, davon rund 200.000 Handwerkern und Dienstleistern, ist MyHammer Deutschlands erfolgreichstes Portal für Handwerks- und Dienstleistungsaufträge. Die Idee zur Plattform entstand aus dem Ärger über einen Mangel an geeigneten Handwerkern. Nach ein paar Brainstormings und vielen Experimenten war die  überregionale Internetplattform zur Vermittlung von Handwerks- und Dienstleistungsaufträgen geboren. Bei MyHammer können seitdem private und gewerbliche Auftraggeber kostenlos ihre Ausschreibungen einstellen. Handwerker und Dienstleister haben so die Möglichkeit neue Kunden und zusätzliche Aufträge zu gewinnen oder Auftragslücken zu schließen. Ziel der Plattform ist es, eine noch nie da gewesene Markttransparenz für diesen Dienstleistungssektor zu schaffen.

blauarbeit

Das etwas ältere und bereits 2004 gegründete Portal Blauarbeit funktioniert nach dem gleichen Prinzip – einzige Ausnahme, die Grundversion ist für Auftraggeber und Dienstleister komplett kostenfrei. Nur wer das Auktionshaus in vollem Umfang nutzen möchte kann wahlweise eine monatliche Gebühr von 24,99 Euro als Basic-Kunde oder 39,99 Euro als Premium-Kunde zahlen. Auch hier entstand die Idee zum Portal durch einen Mangel an qualifizierten Handwerkern. Nach einem Auffahrunfall suchte einer der Gründer einen zuverlässigen, aber trotzdem günstigen Autolackierer. Als erstes wurden Freunde, Nachbarn und Verwandte gefragt. Nach einiger Zeit, mehreren Telefonaten und einigen Kostenvoranschlägen gab es dann endlich ein gutes Angebot. Doch das musste doch auch einfacher funktionieren.  So entstand die Idee eines “umgekehrten Branchenbuches”, bei dem man nicht nur konkrete Angebote bekommt, sondern vorab durch Bewertungen einschätzen kann, wie zuverlässig ein Handwerker bzw. Dienstleister arbeitet.

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August
08:04 Uhr

Spielleidenschaft als Beruf

geschrieben von Veronika Donnerbauer

Vor knapp drei Jahren katapultierten Dennis Reimer und Jascha Schubert ihr Fantasybrowserspiel Xhodon ins World Wide Web. Über 60.000 Spieler lockten die passionierten Browsergame-Spieler damit an. Durch den Erfolg ihres Hobbyprojektes bekam das Duo Lust auf mehr. Gemeinsam mit Johanna Riemann machten sie  ihre Leidenschaft zum Beruf. Inzwischen wird das preisgekrönte Browsergame von der Trollgames GmbH betrieben. “Unsere Spieler haben uns motiviert, Xhodon professionell aufzusetzen und somit für einen Top-Support, schnelles Bugfixing und eine ständige Betreuung und Weiterentwicklung zu garantieren. So haben wir uns entschlossen, ein Unternehmen zu gründen und unser Spiel technologisch und grafisch zu überarbeiten und neu zu präsentieren”, sagt Reimer.

xhodon_shot

Im Oktober des vergangenen Jahres folgte dann der Startschuss für das komplett runderneuerte Xhodon. Das Wachstum des fantastischen Browserspiels wird neben der viralen Verbreitung vor allem durch Affiliate-Marketing angekurbelt. Wie andere Anbieter im Segment Browserspiele, setzt auch Trollgames auf Premiummodelle für die Refinanzierung. Zunächst haben aber einige private Investoren und “erfahrene Business-Angels aus der Browsergame-Szene” das junge Unternehmen mit Kapital ausgestattet. Ein schönes Beispiel für ein Hobbyprojekt, dass erwachsen geworden ist. Obwohl oder gerade weil sich die Spieleschmiede in einem Boommarkt bewegt, haben die Trollgames-Macher ein Problem. Der Firmensitz im Touristendorf Füssen im Allgäu könnte schnell zum Nachteil werden – beispielsweise bei der Suche nach Mitarbeitern und speziell Programmierern. Derzeit wirken bei Trollgames vier Festangestellte und sieben Freelancer. Bestimmt sind es schon bald mehr Trolle.

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

Artikel zum Thema
* Travian: In der Mittagspause ein Weltreich erbauen
* Gamesload: Browser Games – ohne Installation gleich losspielen

Kommentar
August
16:00 Uhr

Die populärsten Blogs Deutschlands

geschrieben von Veronika Donnerbauer

Das Politikblog netzpolitik.org legt weiter zu und steht weiterhin unangefochten an der Spitze der deutschen blogcharts. Ansonsten bleibt auf den vorderen Plätzen alles wie in der Vorwoche. Erstmals in den Blogcharts vertreten ist LobbyControl, eine selbsternannte Initiative für Transparenz und Demokratie. Jede Woche liefern die deutschen blogcharts eine Liste mit den populärsten Blogs in der deutschsprachigen Bloggerszene. Kennzahl ist dabei die Zahl der Verlinkungen eines Blogs innerhalb der Blogosphäre.

Die zehn populärsten Blogs Deutschlands – Ausgabe 34/2009

1. (1) netzpolitik.org

2. (2) Nerdcore

3. (3) Spreeblick

4. (4) law blog

5. (5) Basic Thinking Blog

6. (6) StyleSpion

7. (7) Stefan Niggemeier

8. (8) Fefes Blog

9. (10) Indiskretion Ehrensache

10. (9) netzwertig.com

Eine Liste mit den 100 populärsten Blogs gibt’s nur bei deutsche blogcharts.

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August
12:00 Uhr

Kulinarisches Internet

geschrieben von Maren Fliegner

Heutzutage muss sich niemand mehr nur mit den Standard-Lösungen aus dem Supermarkt zufrieden geben. Es gibt diverse Online-Plattformen, die den individuellen kulinarischen Wünschen der Konsumenten Rechnung tragen. Von Tee und Kaffee über Brot und Müsli bis hin zu Tierfutter kann sich der User seine eigene Kreation zusammenstellen. Mass Customization heißt dieser Trend im Branchenjargon.

mymuesli

Unter dem Motto “It´s yourtee time” lässt yourtee.de keine Tee-Wünsche offen. Zunächst wählt sich der Kunde seine bevorzugte Teesorte, beispielsweise Pfefferminze oder Schwarzer Tee, um dann aus 24 Früchten, Gewürzen oder Kräutern dem Aufgussgetränk seine besondere Note zu verpassen. Bei der Bestellung ist es möglich, zwischen Teebeuteln oder losem Tee zu wählen. Wer jedoch unter Fantasielosigkeit leidet oder sich eine genießbare Zusammenstellung nicht zutraut, kann sich unter “Rezepte” bereits fertige Mischungen heraussuchen und direkt bestellen.

Auf sonntagmorgen.com lassen sich hingegen die wildesten Kaffee-Kreationen basteln. Eingangs ist aus etwa 10 verschiedenen Sorten die Mischung zu bestimmen. Danach muss sich der Kunde für sein individuelles Aroma entscheiden. Dabei hat er die Wahl zwischen extravaganten Zutaten wie Chili oder Karamell, diversen Nüssen und Früchten. Zu guter Letzt kann der Kunde sein Misch-Werk noch mit einem eigenen Namen versehen.

MyMüsli.de bietet 566 Billiarden Möglichkeiten, sein individuelles und zudem gesundes Frühstück zu kreieren. Der Basis-Mix beinhaltet verschiedene Flocken aus Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel, Soja etc., die sich durch diverse Basiszutaten, wie Sesam oder Leinsamen verfeinern lassen. In einem weiteren Schritt kann der Müsli-Gourmet seine persönlichen Lieblingsfrüchte auswählen, um schlussendlich aus einer exotischen Vielfalt von Nüssen die für sich geeignete Kombination zu entdecken. Zuletzt rundet die Wahl eines sogenannten “Extras”, wie Bio-Gummibärchen oder Früchten in Schokoladenummantelung die “selbstgebastelte” Rohkost-Mahlzeit ab. Auch hier kann der Kunde vor der Bestellung seinem persönlichen Müsli-Mix einen eigenen Namen geben. Besonders originelles Beispiel bisher: “Eherettungsversuch”. Ähnlich wie MyMüsli.de gestaltet sich die Plattform CerealClub.de. Auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten, sich vom langweiligen Supermarkt-Müsli zu distanzieren und seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Panemeo.de, was ganz schlicht “mein Brot” heißt, macht aus dem ältesten Grundnahrungsmittel ein Genussmittel. Nachdem man seine Brotbasis aus Dinkel-, Roggen- und Urgetreidevollkorn gewählt hat, können anschließend die Zutaten zusammengestellt werden: Saate, Getreidevollkornmehle, Nüsse, Trockenfrüchte, Milchprodukte, Gewürze und saisonale Produkte bieten zusammen eine enorme Auswahl und in Kombination ein unerschöpfliches Repertoire. Wie das Brot heißen soll, kann sich der Kunde schließlich auch noch überlegen.

Nachdem man sich nun reichhaltig mit köstlichen Leckereien eingedeckt hat, bietet es sich an, seinem Hund einen solchen Luxus ebenfalls angedeihen zu lassen. Denn nichts anderes hat der beste Freund des Menschen verdient! Bei freischnauze-online.de füllt man den Hunde-Napf ganz nach Belieben auf. Zunächst wird der Basis-Mix gewählt (Rind, Fisch, Strauß oder Kräuter), um als nächstes Flockenart, Früchte, Gemüse und Nüsse hinzuzufügen. Mit einem Kalorienrechner auf der Website kann sogar genau errechnet werden, wie viel der Vierbeiner am Tage zu sich nehmen darf.

Artikel zum Thema
* Marktplatz für Lebensmittel

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August
08:01 Uhr

Fotocollagen aus Communitybildern

geschrieben von Veronika Donnerbauer

Hobbyfotografen, die ihre Bilder gerne als Poster aufhängen, sind bei myprinting gut aufgehoben. Denn der Schwerpunkt des Dienstes liegt auf Fotocollagen in Posterform. Über einen sogenannten Poster-Designer ist es beim jungen Münchner Unterehmen, welches von Johannis Hatt und Alexander Köstler geführt wird, möglich, seine digitalen Bilder in ansprechender Form in selbstgestaltete Poster zu verwandeln. Anders als bei vielen anderen Posterproduzenten geht es dabei aber nicht nur um die Ablichtung eines Bildes, sondern um Zusammenstellungen aus vielen Bildern – sprich Collagen. Zur Auswahl stehen dafür verschiedene Themenhintergründe (Ornamente, Oktoberfest, Musik), welche sich mit eigenen Bildern füllen lassen. Nach der Platzierung der Fotos und der Bestellung, wandert die Fotocollage in den Druck.

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myprinting bei wer-kennt-wen.de

“Wir möchten der Kreativität unserer Kunden einen großen Spielraum lassen. Mit unserem Poster-Designer, erstellen die User aus einer Vielzahl von eigenen Fotos individuelle Poster in allen Farben und Größen. Damit sind wir Vorreiter in einem gigantischen Markt, denn der Zuspruch eigene Poster selbstständig zu designen und anschließend drucken zu lassen ist riesengroß”, sagt Hatt. Allerdings haben Bildergiganten wie Photobox ebenfalls bereits Fotocollagen in ihrem Programm. “Der entscheidende Vorteil bei myprinting liegt in der Verwendung von Community-Bildern, die direkt in unseren Poster-Designer übertragen werden. Der User muss folglich keine Bilder hochladen und keine Software downloaden”, sagt Köstler.

“Möglichkeit der Monetarisierung von Communitys”

Ohne Umwege können Nutzer somit ihre Bilder, die sie bei einer Community hochgeladen haben, in Fotocollagen verwandeln. “Das bietet nicht nur einen Mehrwert für die User, sondern eine weitere Möglichkeit der Monetarisierung von Communitys”, ergänzt Köstler. Bei den Lokalisten und wer-kennt-wen.de ist myprinting bereits vertreten. Von der versammelten Fotokonkurrenz wollen sich die Münchner ansonsten durch “interessante Vorlagen und funktionelle Freiheiten” abgrenzen.

In Zusammenarbeit mit deutsche-startups.de

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August
16:00 Uhr

Heimliche Webgiganten: Spin.de

geschrieben von Alexander Hüsing

Unter den Dinosauriern im Communitysegment ist Spin.de der Ober-Dino. Bei der Community handelte es sich ursprünglich um ein reines Demosystem für die Chat-Software der Betreiberfirma. Die Demoseite entwickelte jedoch schnell ein Eigenleben. Bis Anfang 2007 war die Plattform unter dem Namen Spinchat bekannt, erst dann folgte die Umbenennung in den gängigeren Namen Spin.de. Inzwischen gehört das soziale Netzwerk mit über einer Million Nutzern zu den größten Communitys im Lande. Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern zählte im Juli knapp 16 Millionen Visits und stattliche 675,9 Millionen Page Impressions. Nutzer finden bei Spin.de Chats, Blogs, Foren, Gruppen, Events sowie aktuelle Informationen im News-, Kino- und Musikbereich.

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Finanziell steht die Community, die von Paul Schmid und Fabian Rott geführt wird, gut da: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 3,2 Millionen Euro. “Dabei entfällt der Löwenanteil auf das Subscription-Modell. Es gibt zwar auch Bannerwerbung auf spin.de, diese wird jedoch aus Rücksicht auf die User-Experience sehr dezent eingesetzt und zeichnet nur für einen relativ kleinen Anteil des Umsatzes verantwortlich”, teilen die Macher mit. Bereits seit dem Jahre 2000 experimentiert Spin.de mit kostenpflichtigen Abomodellen. “Eines der wichtigsten Kriterien für ein funktionierendes Abo-Modell ist es, die ideale Balance zwischen kostenlosen und bezahlten Funktionalitäten zu finden. Hier blicken wir inzwischen auf mehr als acht Jahre Erfahrung zurück”, sagt Schmid. Die Kosten für das Abo sind dabei überschaubar: Die Monatsgebühr liegt zwischen 2,50 und 3,99 Euro – je nachdem wie lange sich ein User binden will. “Andere spielen das Marktanteilsspiel – wir spielen lieber das Umsatzspiel”, führt Schmid als Seitenhieb auf die ganz großen Communitys im Lande.

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